Neue Initiative für Welt ohne Atomwaffen

New York - Deutschland setzt sich gemeinsam mit neun anderen Ländern für eine Welt ganz ohne Atomwaffen ein.

Dazu vereinbarten die Außenminister der Zehner-Gruppe am Rande der UN-Vollversammlung in New York eine neue Initiative, die frischen Schwung in die laufenden Abrüstungsverhandlungen bringen soll. In einem Appell heißt es: “Die einzige Garantie gegen den Einsatz und die Bedrohung durch Atomwaffen ist deren völlige Abschaffung.“

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte am Mittwochabend (Ortszeit), die Nichtweitergabe von Nuklearwaffen und die Abrüstung der Atommächte seien “zwei Seiten einer Medaille“. Nach der Abrüstungsinitiative von US-Präsident Barack Obama für einen kompletten Verzicht auf Atomwaffen gebe es jetzt ein “Fenster der Gelegenheiten“, das genutzt werden müsse. Er appellierte an weitere Staaten, sich anzuschließen.

Die Initiative wurde von Japan und Australien aus der Taufe gehoben. Mit dabei sind auch Kanada, Chile, Mexiko, Polen, die Niederlande, die Türkei sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Keines dieser Länder ist selbst im Besitz von Atomwaffen. In Deutschland, auf dem Fliegerhorst Büchel (Rheinland-Pfalz), lagern aus Zeiten des Kalten Krieges noch mehr als ein Dutzend nukleare Sprengköpfe der USA.

Westerwelle warnte davor, dass Atomwaffen in die Hände von terroristischen Gruppen fallen könnten. “Je mehr Staaten sich atomar bewaffnen, umso größer ist die Gefahr, dass Terroristen Zugriff haben auf Atomwaffen.“ Nach Einschätzung des FDP-Chefs könnten sich auch die Finanzprobleme vieler Staaten positiv auf die Bereitschaft auswirken, den Rüstungsetat herunterzufahren. “Aufrüstung kommt teuer zu stehen. Das kostet eben viel Geld.“

dpa

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