Lieberknecht will Kompensation für Stromtrassen

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Christine Lieberknecht fordert eine Kompensation für die Durchleitung des Windstroms.

Berlin - Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht will einen finanziellen Ausgleich für die Stromtrassen. Vor dem Energie-Gipfel soll alle Kraft auf die Nachhaltigkeit gelenkt werden.

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Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat Kompensationen für jene Bundesländer gefordert, in denen neue Trassen zur Durchleitung von Windstrom aus dem Norden in den Süden gebaut werden. “Mit dem Ausbau der Netze stellt sich die Frage der Kostenverteilung. Wir denken an eine Konzessionsabgabe oder einen anderen dauerhaften Ausgleich“, sagte Lieberknecht vor dem Energiegipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

“Der Norden hat den Profit an den Windkraftanlagen. Im Süden wird der Strom verbraucht, und wir dazwischen gucken auf die Trasse. Wir müssen über eine Kompensation sprechen“, sagte die Politikerin.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) erwartet vom Energiegipfel in Berlin ein “energiepolitisches Bekenntnis für die Zukunft“. Die Atomkraftwerke in Deutschland sollten so schnell wie möglich vom Netz, die alten Meiler gar nicht mehr angefahren werden.

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“Wir müssen alle Kraft darauf verwenden, die erneuerbaren Energien voranzubringen. Nur, wenn sich auch der Bund mit allen Konsequenzen dazu bekennt, werden wir ein gutes Ergebnis bekommen“, sagte Sellering im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Zu den Kernthemen zähle der Ausbau der Netz-Infrastruktur. “Das darf nicht dem Wettbewerb der Länder und den Konzernen überlassen bleiben“, sagte Sellering. “Dazu ist eine große Kraftanstrengung des Bundes unverzichtbar.“

Merkel will am Freitag mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten, wie Atomausstieg und Energiewende beschleunigt werden können. Bei dem Treffen im Kanzleramt soll es um Maßnahmen gehen, wie die Stromnetze und die erneuerbaren Energien rascher ausgebaut werden können.

dpa

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