Königshaus: Bundeswehr-Ausrüstung ein "Drama"

Roth - Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), hält die Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan für ein “Drama“.

Viele Probleme seien seit Jahren ungelöst. “Ich hoffe bei dem Drama aber auf ein baldiges Happy End“, sagte der FDP-Politiker am Montag bei einem Besuch der Otto-Lilienthal-Kaserne im mittelfränkischen Roth. Der Unmut über seine schon Ende Juli geäußerte Kritik erstaune ihn. Königshaus hatte bei dem in Roth stationierten Ausbildungsverband der Luftwaffe vor 40 Jahren seine Bundeswehr-Grundausbildung absolviert. Königshaus kritisierte außerdem, dass Teile der in Afghanistan eingesetzten Bundeswehr-Truppen selbst nach acht Jahren noch in Zelten leben - “und das an Standorten, wo die Truppe mit Raketenangriffen rechnen muss“. Vielerorts fehle es der Bundeswehr in Afghanistan an der Möglichkeit, per Handy oder per E-Mail mit den Angehörigen in Deutschland Kontakt zu halten.

Die Bundeswehr in Afghanistan

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

Auch bei Ausbildung der eingesetzte Soldaten gebe es Mängel, betonte Königshaus. Minenräumtrupps der Bundeswehr fehle es in Afghanistan an Fahrzeugen, die aus dem gepanzerten Inneraum das Aufspüren von Minen und Blindgängern erlaubten. Anders als Soldaten verbündeter Armeen müssten die Bundeswehrsoldaten manuell gefährliche Munition ausgraben. “Mann kann sich gut vorstellen, dass deutsche Soldaten bei diesem mühseligen Vorgehen leicht zur Zielscheibe von Taliban werden“, kritisierte der Wehrbeauftragte. Missstände beklagte Königshaus auch bei der Ausbildung. So würden angehende Soldaten nur unzureichend auf Fahrten mit schweren gepanzerten Fahrzeugen vorbereitet.

Königshaus hatte sich in Roth über die Arbeit des Luftwaffenausbildungsregiments informiert. Der Politiker hatte unter anderen eine Schießübung junger Wehrpflichter besucht und dabei auch das Gespräch mit den jungen Soldaten gesucht. Das Angebot, selbst einmal mit einem Sturmgewehr ein paar Schüsse abzufeuern, lehnte der Wehrbeauftragte dagegen ab: “Ich bin als Wehrbeauftragter eine zivile Institution und will mit solchen Bildern nicht den gegenteiligen Eindruck erzeugen“, sagte er zu den Militärs. An seine Ausbildungszeit in der Rother Kaserne habe er durchweg gute Erinnerungen, ergänzte er.

dpa

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