Guttenberg: Kleinere Bundeswehr bietet Chancen für Rüstung

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, rechts) spricht am Mittwoch auf dem Flug von Berlin nach Dschibuti mit seinem Adjutanten Carsten Sawitzki.

Berlin - Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sieht in einer verkleinerten Bundeswehr auch Chancen für die Rüstungsindustrie.

Das führe nicht zwangsläufig zu geringeren Aufträgen. Darin liege auch “eine Chance für die Industrie, vor allem wenn es um den Anspruch geht, eine bestens ausgerüstete Armee zu haben“, sagte der CSU-Politiker dem “Handelsblatt“ vom Donnerstag. Gleichzeitig kritisierte er die Unternehmen. “Leider ist es zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern fast zur Regel geworden, dass Zeitlinien drastisch überschritten werden und Kosten explodieren“, sagte Guttenberg. “Das ist nicht weiter hinnehmbar.“

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Der Verteidigungsminister kündigte an, jedes Beschaffungsprojekt auf einer Prioritätenliste zu überprüfen. Alle Vorhaben und Investitionen “müssen sich an den künftigen Szenarien“ der Bundeswehr bemessen lassen. “Wir müssen auch fragen, ob wir wirklich jedes Gerät in nationaler Herstellung fertigen lassen müssen“, sagte Guttenberg. Gefordert sei mehr internationale Kooperation. Auch würde unter dem aktuellen Sparzwang jede Bestellung daraufhin überprüft, ob sich die Anforderungen zwischen Entwicklung, Bestellung und Beschaffung nicht deutlich verändert haben“. In der Diskussion ist auch eine Reduzierung der bestellten Transportflugzeuge A400M, deren Auslieferung sich stark verzögert und verteuert. Für die Industrie geht es dabei um milliardenschwere Aufträge.

apn

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