Europarat wirft Kosovo-Führer Organhandel vor

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Schwere Vorwürfe in einem Bericht des Europarats gegen den Regierungschef des Kosovo,  Hasmin Thaci (Bild).

Straßburg - Schwere Vorürfe gegen den Regierungschef des Kosovo: Nach Informationen des Europarats soll Hasmin Thaci am Handel mit Organen serbischer Gefangener beteiligt gewesen sein.

Der Regierungschef des Kosovo, Hashim Thaci, soll nach einem Bericht des Europarats in schwerste Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen verwickelt sein. Thaci und andere frühere Führer der kosovarischen Befreiungsarmee UCK sollen nach dem Kosovokrieg Ende der 90er Jahre an einem Handel mit Organen serbischer Gefangener beteiligt gewesen sein. Die Rede ist aber auch von Morden und anderen Verbrechen.

Diese Vorwürfe erhob der Schweizer Europarats-Abgeordnete Dick Marty, der auch über Geheimtransporte mit Terrorverdächtigen der US-Geheimdienste berichtet hatte.

Die EU, die USA und die UN sollen von diesen Verbrechen gewusst haben, jedoch aus Sorge um die Stabilität des Kosovo nichts unternommen haben.

In Pristina wies die Regierung die Vorwürfe zurück und sprach von Lügen. Der Bericht Martys wurde am Dienstagabend auf der Website des Europarats veröffentlicht. Der Rechtsausschuss der parlamentarischen Versammlung will zusammen mit Marty am Donnerstag in Paris dazu Stellung nehmen.

dpa

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