Atomstreit: Iran erklärt sich für flexibel

Teheran - Der Iran erklärt sich im Atomstreit mit dem Westen zur Flexibilität bereit. Das sagte ein Regierungssprecher am Samstag.

Angesichts der harten Sanktionen gegen den Iran ist die Regierung in Teheran offenbar zu Zugeständnissen im Atomstreit bereit. Der Iran wolle der Besorgnis des Westens entgegentreten, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA am Samstag den Sprecher des Außenministeriums, Ramin Mehmanparast. „Der Iran ist bereit, sich flexibel zu zeigen (...), aber das sollte auf Gegenseitigkeit beruhen.“ Vor allem müsse die andere Seite das Recht des Irans anerkennen, Uran zu friedlichen Zwecken anzureichern.

Die Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrats und Deutschland wurden im Juni ausgesetzt. Teheran hat bereits Bereitschaft signalisiert, auf eine höhere Anreicherung von Uran zu verzichten, wenn die internationalen Sanktionen aufgehoben und das Recht des Irans auf Urananreicherung grundsätzlich anerkannt würden.

Der Westen will vor allem verhindern, dass Uran im Iran auf mehr als 20 Prozent angereichert wird. Ab diesem Reinheitsgrad lässt sich das Uran schnell zu waffenfähigem Material verarbeiten. Die USA und Israel werfen Teheran vor, heimlich die Entwicklung von Kernwaffen voranzutreiben. Der Iran hingegen erklärt stets, sein Atomprogramm diene lediglich zivilen Zwecken. Israel hat bislang nicht ausgeschlossen, auch militärisch gegen iranische Nuklearanlagen vorzugehen.

Zwtl.: Geistlicher Führer Chamenei appelliert an Widerstandswillen der Iraner

Unterdessen rief der geistliche Führer Ayatollah Ali Chamenei die Iraner zum Widerstand gegen westliche Sanktionen und militärische Drohungen auf. „Wir sollten den Feind nicht außer Acht lassen. Der Feind kommt auf verschiedenen Wegen“, sagte Chamenei am Samstag laut staatlichem Fernsehen. Er hielt innerhalb von einer Woche bereits seine dritte öffentliche Rede und versicherte: „Unsere Feinde werden mit all ihren Verschwörungen und Tricks scheitern.“

Der Ayatollah forderte die Bevölkerung auf, einheimische Produkte zu kaufen. „Es ist falsch, dass einige immer ausländische Marken und Namen wollen“, sagte Chamenei. „Wenn die inländische Produktion steigt, bekämpft das die Arbeitslosigkeit und senkt die Inflation.“

Die westlichen Sanktionen, die den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zwingen sollen, zeigen immer mehr Wirkung. Die Landeswährung Rial verlor zuletzt stark an Wert. Zudem fehlen der Regierung in Teheran wegen des Boykotts von Ölimporten durch die EU wichtige Deviseneinnahmen.

dapd

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