Assange: Keine Kooperation mit Staatsanwalt

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Wikileaks-Gründer Julian Assange

München - Wikileaks-Gründer Julian Assange will nicht mehr mit den schwedischen Behörden zusammenarbeiten.

Er fürchte, dass eine Auslieferung nach Schweden nur ein erster Schritt für seine Überstellung in die USA sei, sagte Assange der “Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Dort bereite man nach Angaben seiner Anwälte eine Anklage wegen Spionage vor.

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Assange sagte, er halte die schwedische Untersuchung der Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn für fehlerhaft und politisch manipuliert. Dass Dokumente der schwedischen Justiz internationalen Zeitungen zugestellt wurden, sei der bewusste Versuch, das Recht zu beugen. Deshalb wolle er der schwedischen Staatsanwaltschaft nicht mehr helfen. Die schwedische Untersuchung der Vergewaltigungsvorwürfe sei fehlerhaft und möglicherweise politisch manipuliert. “Da ist was im Busch“, sagte Assange. “Schweden ist nicht mehr das unabhängige sozialistische Land, als das es früher galt.“

Assange sagte, Bradley Manning, der angeblich Dokumente an die Internetplattform Wikileaks weitergegeben hat, solle als Zeuge aufgebaut werden, damit er, Assange, wegen Verschwörung und Spionage angeklagt werden könne. Manning befinde sich derzeit unter miserablen Bedingungen in Haft, was darauf hindeute, dass man ihn für diese ihm zugedachte Rolle mürbe zu machen versuche.

Assange soll in Schweden wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung zweier Frauen befragt werden. Er wurde international gesucht und stellte sich Anfang des Monats in Großbritannien der Polizei. Nach gut einer Woche wurde er gegen Kaution und unter strengen Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Er weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Intrige.

dapd

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