Harte strafrechtliche Folgen angekündigt

Innenminister Herrmann droht den "Horrorclowns"

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Die Übegriffe sogenannter Horror- oder Grusel-Clowns rufen nun auch die Politik auf den Plan. 

München - Nach den Umtrieben sogenannter Horrorclowns hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine harte Reaktion der Polizei angekündigt. Die Täter dürften nicht mit Nachsicht rechnen.

"Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". "Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden." Herrmann erinnerte an die Folgen für die Opfer. "Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden", sagte er. "Aus einem vermeintlichen Scherz wird dann für den Täter bitterer Ernst."

Auch Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) warnte Grusel-Clowns vor den Folgen ihrer makabren Aktionen. "Wer andere sprichwörtlich zu Tode erschrecken will, ist nicht lustig, sondern ein Straftäter", sagte Kutschaty der "BildZeitung. Selbst wenn dem Opfer nichts passiere, könne die Tat eine strafbare Bedrohung sein. "Und auch hierfür kann der demaskierte Clown schon bis zu einem Jahr im Gefängnis landen."

Seit Tagen registriert die Polizei bundesweit vermehrt Attacken solcher vermeintlicher Clowns, die Passanten erschrecken und zum Teil auch angreifen. Die Gewerkschaft der Polizei in Baden-Württemberg rief Passanten zum Widerstand auf. Wer einem Grusel-Clown begegne, solle auf ihn zulaufen und beispielsweise laut "Hau ab" rufen. "Wir halten diese geistigen Tiefflieger für sehr gefährlich."

Profi-Clowns befürchten Übergriffe

Einen Imageschaden durch Übergriffe von Grusel-Clowns auf Passanten befürchten die professionellen Spaßmacher. "Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt", sagte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Zirkusunternehmen, Dieter Seeger, der Deutschen Presse-Agentur. "Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen."

Die Übegriffe sogenannter Horror- oder Grusel-Clowns rufen nun auch die Politik auf den Plan. 

Warum die Maskierten sich für ein Clowns-Kostüm entscheiden, kann Seeger nur vermuten: "Möglicherweise hat das mit einigen Kinofilmen zu tun, in denen der Bösewicht als Clown auftritt - zum Beispiel bei Überfällen." Das weiß geschminkte Gesicht, die rote Nase und das breite Grinsen seien dann nur noch gruselig. Gerade auf Kinder wirke sich das traumatisch aus. "Viele moderne Clowns im Zirkus verzichten mittlerweile auf die weiße Gesichtsfarbe und Maske und setzen eher auf lustige Kleidung."

Die professionellen Clowns sind sauer und stellen klar: "Grusel-Clowns sind keine Clowns. Es sind wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen auf diese armselige Art ausleben wollen." In einer Mitteilung des Dachverbands Clowns in Medizin und Pflege Deutschland heißt es weiter: "Sie sind weder komisch noch beeindruckend, sondern ein grotesker Abklatsch einer zutiefst menschlichen, positiven Freude an der Anarchie."

Auch der Geschäftsführer des Vereins Rote Nasen Deutschland, Claus Gieschen, betonte in Berlin: "Wer Kinder und Erwachsene erschrickt und sich dabei hinter einer Maske verbirgt, richtet nicht nur seelischen Schaden bei den Betroffenen an, sondern beschädigt das Bild von Clowns in der Öffentlichkeit." Der therapeutische Einsatz von Clowns in Krankenhäusern sei wegen der Gruselwelle gefährdet.

Der Direktor des Zirkus "Roncalli", Bernhard Paul, prophezeite in der österreichischen "Kronen Zeitung", die Grusel-Clowns würden "so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind". Paul sagte weiter: "Die Kostümierung dieser Gestalten ist die eine Sache. Dass sie sich ungestraft Clowns nennen, ist die andere. Aber wenn sie dann auch noch mit Sägen und Knüppeln auf Leute losgehen, dann sind es Kriminelle, dafür ist die Polizei zuständig."

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