Unglücke in Polen, Paris und Deutschland

Ein Toter und 44 Verletzte bei Blitzeinschlägen

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Auf dem Sportplatz in Hoppstädten ereignete sich das Blitz-Drama.

Hoppstädten/Lauterecken - Bei blauem Himmel geht ein Jugendfußballspiel gerade zu Ende, als völlig unerwartet der Blitz einschlägt. Der Schiedsrichter wird direkt getroffen. Insgesamt 35 Menschen müssen ins Krankenhaus.

Heftige Unwetter mit schlimmen Folgen: In Polen ist am Samstag ein Wanderer bei einem Blitzeinschlag ums Leben gekommen, in Deutschland und Frankreich wurden insgesamt 44 Menschen verletzt. Die meisten Opfer sind Kinder - denn die Blitze schlugen in Paris bei einer Geburtstagsparty im Park und in Rheinland-Pfalz beim Fußballspiel einer E-Jugend ein.

Buchstäblich aus heiterem Himmel schlug ein Blitz auf dem Fußballplatz in Hoppstädten ein - insgesamt 33 Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Drei Erwachsene erlitten bei dem Unglück schwere Verletzungen. Darunter der Schiedsrichter des E-Jugend-Spiels, der nach Polizeiangaben direkt vom Blitz getroffen wurde. Zeugen begannen sofort mit der Wiederbelebung. 

29 Kinder im Alter von neun bis elf Jahren und zwei weitere Erwachsene hatten auffällige Herzfunktionen und wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Sie gelten als leicht verletzt. Am Sonntag befanden sie sich bereits auf dem Wege der Besserung, teilte ein Sprecher der Polizei am Sonntag mit. Dies gelte auch für den am schwersten verletzten 45 Jahre alten Betreuer, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitten hatte und wiederbelebt wurde.

Das Spiel war zum Zeitpunkt des Blitzschlags gerade beendet. „Es gab Zeugen zufolge keinen Regen und keinen dunklen Himmel“, berichtete der Sprecher und bestätigte einen Online-Bericht der „Rheinpfalz“. Wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, waren zur Zeit des Unglücks drei Gewitterzellen in der Gegend unterwegs. Den Kreis, in dem der Unglücksort liegt, hätten sie aber eher „am äußersten nördlichen Zipfel“ gestreift. Von allen Kindern und Erwachsenen wurden laut Polizei noch vor Ort Elektrokardiogramme (EKG) geschrieben, um die Herzfunktionen zu überprüfen. Bei den 30 Kindern und zwei Elternteilen seien die Ergebnisse auffällig gewesen.

Blitz erschlägt Wanderer in Polen

Im Süden Polens wurde ein 40 Jahre alter Wanderer in einem Gebirge bei einem Blitzschlag getötet. Wie das Nachrichtenportal TVN24.pl unter Berufung auf die Bergrettung berichtete, sei der Mann im Gebirgsmassiv Babia Góra an der slowakischen Grenze in ein Gewitter geraten. Zeugen hatten bereits am Nachmittag die Bergrettung alarmiert. Wegen des Unwetters konnte diese aber zunächst nicht zur Unglücksstelle vordringen. Bei ihrem Eintreffen war der Mann bereits tot.

Blitzeinschlag in Pariser Park

Bei einem Gewitter in einem Park in Paris wurden elf Menschen verletzt, darunter acht Kinder. Die Gruppe habe in dem Park im Nordwesten der französischen Hauptstadt einen Geburtstag gefeiert, als ein Blitz einschlug, sagte ein Sprecher der Pariser Feuerwehr örtlichen Medien. Die verletzten Kinder seien zwischen 7 und 14 Jahren alt. Sechs Menschen erlitten schwere Verletzungen, fünf leichte. Alle wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Starkregen und Hagel hatten in mehreren Bundesländern Schäden angerichtet. In Rheinland-Pfalz war am Freitag nach einem Erdrutsch sogar ein Zug auf dem Weg nach Trier zwischen Hatzenport und Moselkern entgleist. Verletzt wurde aber niemand. Eine 64 Jahre alte Wanderin wurde am Samstag in der Wutachschlucht im Hochschwarzwald von einem Erdrutsch bis zur Hüfte verschüttet und leicht verletzt.

Verspätungen am Frankfurter Flughafen

Auch auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt bekamen Reisende das Unwetter zu spüren, wie ein Sprecher am Samstag sagte. Es kam zu 20 Flugausfällen sowie zu Verspätungen und Umleitungen. Ein Taxifahrer, der in Wiesbaden durch Regenmassen in seinem Auto eingeschlossen war, musste von Helfern befreit werden. Vielerorts waren Straßen gesperrt, Keller voller Wasser oder Weinberge entlaubt. In einigen Straßen hatten Hagelkörner eine 30 Zentimeter dicke Schicht gebildet. In Bayern fielen bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde. Polizei und Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Gewitter mit Unwetterpotenzial sind am Wochenende weiterhin möglich, wie der DWD mitteilte. Tief „Elvira“ bringe schwülwarme „Waschküchenluft“ ins Land. Die Meteorologen rechnen auch am Sonntag mit kräftigen Gewittern und Regen. Morgens seien besonders der Westen und Südwesten betroffen. Zum Nachmittag sollen es dann in fast allen Landesteilen mehr oder weniger stark gewittern. Einige der Gewitter könnten sich zu Unwettern entwickeln. Wo genau, sei nicht vorherzusagen.

Zu Beginn der kommenden Woche sollen sich die Gewitter dann in den Nordosten verlagern, wo es nach der Vorhersage des Wetterdiensts wieder zu Unwettern kommen kann. Im Südwesten gebe es dann noch Regen und Regenschauer - aber keine Gewitter mehr.

dpa

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