Vermisster Mann (55) lebte vier Monate im Wald

Saalfeld - Vier Monate war der Mann verschwunden, die Ermittler rechneten mit dem schlimmsten: Nun hat sich der 55-Jährige wohlbehalten bei der Polizei im fränkischen Bad Steben gemeldet. Die kuriose Geschichte.

Erst der frostige Winter veranlasste einen 55-Jährigen, sein verstecktes Einzelgängerleben im Thüringer Wald abzubrechen und sich bei der Polizei im fränkischen Bad Steben zu melden. Seit August war bundesweit nach ihm gesucht worden, Anfang Dezember tauchte der Mann wieder auf, wie die Polizei in Saalfeld am Mittwoch mitteilte. Die Kriminalpolizei konnte damit einen ihrer Vermisstenfälle ad acta legen, sagte Sprecherin Heidi Kröller weiter.

Da bereits vor Monaten seine Geldbörse mit Personalausweis, Geld- und Krankenversicherungskarte in Eisenach gefunden wurden, schloss die Polizei einen Unglücksfall oder ein Verbrechen nicht aus. Der mittellose Mann war vom Spätsommer bis zum Winter von einer Schutzhütte zur anderen im Thüringer Wald unterwegs gewesen. Vom Pfand der Flaschen, die Wanderer wegwarfen, kaufte er sich Essen.

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Anfang Dezember kam er wegen der Schneefälle nur noch langsam vorwärts. Schuhe und Kleidung waren nass und trockneten nicht mehr. Der Schlafsack wärmte bei den Minusgraden nicht. Deshalb entschloss er sich, die Tour abzubrechen und sich bei der Polizei rund zwei Kilometer südlich der Thüringer Landesgrenze zu melden. Dort konnte er mit einem Fahndungsfoto identifiziert werden. Bad Steben organisierte ihm eine Übernachtung und gab ihm eine Fahrkarte Richtung Heimat.

Am 4. August hatte die Firma, bei der er beschäftigt war, die Vermisstenanzeige aufgegeben. Der Mann habe am Wochenende wandern und am Montag wieder zur Arbeit kommen wollen. Da er als zuverlässig galt, machten sich die Mitarbeiter Sorgen - vor allem als auch alle Kontaktversuche fehl schlugen. Nachforschungen der Polizei ergaben, dass der 55-Jährige auch zuvor schon plötzlich und für längere Zeit aus seinem jeweiligen Lebensumfeld verschwunden war.

dpa

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