Indien

Vergewaltigte Touristin gegen Todesstrafe

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Nach Bekanntwerden der Gruppenvergewaltigung kam es zu erneuten Protesten in Indien.

Wien/Neu Delhi - Die von mehreren Männern in Indien vergewaltigte Schweizer Touristin setzt sich für das Leben ihrer Peiniger ein.

Die Frau und ihr Partner wollten zwar, dass die Täter eine angemessene Strafe erhalten, aber sie sollten nicht zum Tode verurteilt werden, erklärte der Schweizer Botschafter in Indien, Linus von Castelmur, am Donnerstag.

Vergewaltigern droht in Indien nach einem neuen Gesetz höchstens 20 Jahre Haft. Die Todesstrafe kann nur verhängt werden, wenn der Täter bereits zum zweiten Mal wegen einer Vergewaltigung verurteilt wird, das Opfer an den Folgen der Tat stirbt oder dauerhaft im Koma liegt.

Beweisaufnahme abgeschlossen

Die Ermittler hatten die Beweisaufnahme am Dienstag abgeschlossen. Ein Termin für eine erste Anhörung vor Gericht sei noch nicht bekannt, sagte der Distriktchef der Polizei. Das Opfer wünsche nach Angaben der Botschaft, dass der Prozess möglichst schnell abgehalten werde. Ihr Lebensgefährte sei noch einmal in den Ort des Geschehens zurückgefahren, um bei der Identifizierung der Angeklagten zu helfen. Die beiden Touristen seien bereit, wenn nötig per Videokonferenz am Gerichtsprozess teilzunehmen.

Die Frau und ihr Partner haben nach offiziellen Angaben Indien am Mittwoch verlassen. Das Paar war vor etwa zwei Wochen im zentralindischen Madhya Pradesh beim Campen im Wald von einer Gruppe Männer überfallen worden. Die Täter raubten das Paar aus, fesselten den Mann und vergewaltigten die Frau vor seinen Augen. Sechs Verdächtige sind in Gewahrsam.

dpa

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