Gast stirbt nach indischem Essen

Tödliche Profitgier: Restaurantbesitzer muss ins Gefängnis

London - Weil er sparen wollte und nicht auf den ausdrücklichen Wunsch seines Gastes hörte, hat ein britischer Restaurantbesitzer jetzt dessen Leben auf dem Gewissen.

Der Eigentümer einer Kette indischer Restaurants in Nordengland ist zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren wegen Totschlags verurteilt worden. Paul Wilson (38) hatte in einem Restaurant von Mohammed Zaman (53) aus der Nähe von York eine Portion Chicken Tikka Masala zum Mitnehmen bestellt und dabei betont, es dürfe keine Nüsse enthalten, weil er auf diese allergisch sei. Dennoch wurde das Gericht mit einer gemahlenen Nussmischung zubereitet, die Erdnüsse enthielt. Wilson aß das Gericht zuhause, erlitt einen allergischen Schock und starb; er wurde im Januar 2014 tot in seinem Badezimmer aufgefunden.

Drei Wochen vor seinem Tod hatte eine 17-Jährige in einem von Zamans Restaurant ebenfalls einen allergischen Schock erlitten. Ihr war versichert worden, ihr Gericht enthalte keine Nüsse. Sie musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Restaurantbesitzer vorgeworfen, er habe teures Mandelmehl durch die billigere Nussmischung ersetzt und zudem Leute illegal beschäftigt, die nicht eingearbeitet worden seien.

Diese Allergene müssen gekennzeichnet werden

Diese Allergene müssen gekennzeichnet werden

Richter Simon Bourne-Arton sagte bei der Urteilsbegründung am Montag, Zaman habe zugunsten des Profits alles weggeworfen, wofür er jemals gearbeitet habe. "Sie haben das in einer Art und Weise getan, die jemand anders das Leben kostete. Paul Wilson stand in der Blüte seines Lebens."

Sie leidet an einer der seltensten Allergien der Welt

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare