Viele Junge Leute unter den Anrufern

Todesangst nach Amoklauf: Münchner Telefonseelsorge ausgelastet

München - Nach dem Amoklauf in München haben sich überdurchschnittlich viele junge Leute mit ihren Sorgen bei der Telefonseelsorge gemeldet.

„Sonst haben wir das in dieser Häufung nicht“, sagte der Leiter der katholischen Telefonseelsorge München, Alexander Fischhold, der Deutschen Presse-Agentur. Er erklärte sich das unter anderem mit der Zeit, in der der Amoklauf stattfand - an Freitagabenden seien immer viele junge Leute unterwegs. Zudem seien viele Jugendliche noch nicht so „krisenerfahren“ wie Erwachsene.

Beim Olympia-Einkaufszentrum hatte am vergangenen Freitag ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen und sich dann selbst getötet. Die Telefonseelsorge richtete danach eine eigene Nummer für Menschen ein, die die Ereignisse verarbeiten müssen. In den ersten Tagen seien jeweils rund 150 bis 200 Anrufe eingegangen, sagte Fischhold. Die Probleme der Anrufer seien vielfältig. Nicht nur Menschen, die die Schüsse direkt miterlebten, seien unter den Anrufern. Vielen hänge die Todesangst nach, die sie an verschiedenen Orten in der Stadt gespürt hätten. „Viele melden sich auch erst nach einigen Tagen, weil sie merken, dass es ihnen nicht besser geht“, sagte Fischhold.

Die eigens eingerichtete Hotline soll nach Fischholds Angaben noch mindestens bis zum Wochenende geschaltet bleiben. Danach werde es aber weitere Angebote geben, unter anderem von der Stadt.

dpa

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