Taliban-Angriff: Tod einer Deutschen bestätigt

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Sabiullah Mudschahid, ein Sprecher der Taliban, am Samstag beim Interview für einen TV-Sender in der afghanischen Provinz Helmand.

Kabul - Zehn Mitglieder eines Ärzteteams sind in der nordafghanischen Provinz Badachschan vermutlich von Taliban umgebracht worden, darunter auch eine Deutsche.

Das teilte ein Sprecher des Teams, Dirk Frans von der christlichen Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM), am Samstag in Kabul mit. Die Taliban bekannten sich zu der Tat und erklärten über ihren Sprecher Sabjullah Mudschahid, die Ausländer hätten für die USA spioniert und “für das Christentum missioniert“.

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Der Polizeichef von Badachschan, General Agha Nur Kemtus, schloss einen Raubüberfall nicht aus. Frans sagte, neben der Deutschen seien eine Britin, sechs Amerikaner - darunter eine Frau - und zwei afghanische Dolmetscher getötet worden. Ein afghanisches Mitglied der Gruppe sei entkommen und habe ihn am Freitag über den Vorfall informiert.

Das ist Afghanistan

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Die Gruppe sei von dem amerikanischen Optiker Tom Little geleitet worden, der seit mehr als 30 Jahren in Afghanistan gewesen sei. Am Mittwoch sei der Kontakt zu Little abgerissen. “Diese Tragödie wirkt sich negativ auf unsere Fähigkeit aus, weiter dem afghanischen Volk zu dienen, wie wir es seit 1966 getan haben“, sagte Frans, der Direktor der Hilfsorganisation ist. “Wir hoffen, dass wir unsere Arbeit nicht einstellen müssen, die jedes Jahr einer Viertelmillion Afghanen zugute kommt.“ Frans berichtete, dass die Gruppe auf einer zweiwöchigen Behandlungsreise in der Provinz Nuristan gewesen sei. Die IAM sei zwar als christliche Organisation registriert, missioniere aber nicht, betonte er.

Zu der Gruppe hätten Ärzte, Krankenpfleger, Fahrer und Dolmetscher gehört. Zwei seien aktive IAM-Mitglieder gewesen, zwei weitere seien früher für die Organisation tätig gewesen und vier hätten anderen Einrichtungen angehört. Details dazu nannte er nicht. Die Gruppe habe den Rückweg durch Badachschan gewählt, weil er ihnen sicherer erschienen sei. Über die Nationalität der Opfer hatte es zunächst Verwirrung gegeben, in einem Bericht war von sechs getöteten Deutschen die Rede gewesen. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte das nicht bestätigt. Zu den Angaben von Frans sagte ein Sprecher, man bemühe sich weiter um Aufklärung. 

Optiker 2001 von Taliban-Regierung ausgewiesen

Polizeichef Kemtus teilte mit, die Opfer seien am Freitag in einem Wald des Bezirks Kuran Wa Mundschan bei ihren von Kugeln durchsiebten Allradautos gefunden worden. Über die Nationalität könne er keine Angaben machen: “Wir konnten keine Ausweise oder etwas in der Art finden“, sagte er. “Es wurde nichts zurückgelassen.“ Dorfbewohner hätten die Gruppe davor gewarnt, dass die Gegend unsicher sei. Das Team habe gesagt, sie seien Ärzte und hätten keine Angst.

Laut Bericht der örtlichen Polizei wurden sie von zehn bewaffneten Männern angegriffen und einer nach dem anderen erschossen und ausgeraubt. Ein Afghane habe überlebt. “Er sagte mir, er habe geschrien und den heiligen Koran rezitiert und gesagt: 'Ich bin Muslim. Tötet mich nicht.'“ Frans sagte, Teamleiter Little sei im August 2001 zusammen mit sechs Deutschen und einem weiteren amerikanischen IAM-Mitarbeiter von der damaligen Taliban-Regierung verhaftet worden. Ihnen wurde der Versuch vorgeworfen, Afghanen zum Christentum zu bekehren. Sie wurden schließlich ausgewiesen. Little sei nach der US-Invasion im November 2001 nach Afghanistan zurückgekehrt.

dapd

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