Earth Day: Deshalb feiern wir ihn

Warum der Tag der Erde 2016 ein besonderes Datum ist

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Soll bald mehr davon wachsen: Wald.

München - Den Tag der Erde 2016 - oder Earth Day - feiern über 175 Länder. Dieses Jahr kommt ein besonderer Anlass dazu. Ein Vertrag wird in New York unterzeichnet.

Wenigstens einen Tag lang so tun, als wären wir alle richtige Umweltschützer. So kann man den internationalen Tag der Erde, der jährlich am 22. April gefeiert wird, natürlich auch sehen. Google gibt sich an diesem Tag besonders grün. Gleich fünf Google Doodle Motive - das sind künstlerische Variationen des Google-Logos - wechseln sich auf der Google-Startseite ab. Die Künstlerin Sophie Diao hat sie gestaltet. Auch Facebook hat am Freitagmorgen alle seine Nutzer fröhlich aufgerufen: "Feiert mit uns den Tag der Erde".

Tag der Erde: Das steckt hinter dem Earth Day

Aber es steckt schon ein bisschen mehr hinter dem weltweiten Earth Day. Erfunden haben ihn die Amerikaner vor fast einem halben Jahrhundert. 1969 kam ein US-Senator aus Wisconsin namens Gaylord Nelson auf die Idee, einen nationalen Umweltaktionstag zu initiieren. Etwa zur selben Zeit war eine ähnliche Idee Thema bei einer UNESCO-Konferenz in San Francisco. Nelson wählte den 22. April, die UNESCO den Frühlingsbeginn, den 21. März.

Eine Zeit lang wurden beide Tage parallel gefeiert, bereits beim ersten Earth Day 1970 wurden rund 20 Millionen Menschen in irgendeiner Form für den Umweltschutz aktiv. Seit 1990 wird der Earth Day am 22. April auf der ganzen Welt gefeiert. Jedes Jahr erinnern sich die Menschen dann an diesem einen Tag, dass es da draußen eine Umwelt gibt, mit der gerade die Bewohner der Industrienationen alles andere als glimpflich umgehen. Teils wird das mit großem Pomp gemacht. Im Jahr 2000 war beispielsweise bei der Eröffnungsveranstaltung in Amerika niemand geringerer als Leonardo DiCaprio zu Gast - und es kamen mehr als 400.000 Besucher. 

Tag der Erde: Das passiert am 22. April 2016

Eine Stuttgarter Organisation betreibt die Seite earthday.de und ruft darin zum bewussten Genießen auf: bio, regional, fair. Und tatsächlich wurde die Agrarindustrie schon bei einer Weltkonferenz in Bolivien anlässlich des Tags der Erde als die größte Gefahr für Klima und Umwelt definiert. Weil diese Lebensmittel nur für den Markt aber nicht für den Menschen produziere. 

Für die Meinung muss man übrigens nicht bis nach Bolivien fahren. Auch im tiefen Oberbayern gibt's Menschen, die ihr ganzes Leben nach dieser Prämisse - Nahrung für den Menschen und nicht für den Markt - ausgelegt haben. Für Markus Bogner auf seinem Boarhof ist jeder Tag ein Tag der Erde.

Die Vereinten Nationen - das sind die eigentlichen Initiatoren des Tags der Erde - wollen ab dem 22. April 2016 bis 2020 (50 Jahre Earthday) 7,8 Milliarden Bäume Pflanzen. Alle Menschen der Welt sind aufgerufen, dabei mitzumachen. Ob im großen Stil durch Spende oder eine Firmenaktion - oder wir alle sollten einfach rausgehen und ein paar Bäume in der Nachbarschaft pflanzen. So die Idee von Ban Ki-moon und Konsorten.

Trotzdem - so sehr die Vereinten Nationen und viele andere Umweltorganisationen auch jedes Jahr daran erinnern: Die am Tag der Erde angestoßenen Projekte und formulierten Ziele verschwinden dann doch meistens so schnell, wie sie gekommen sind. 

Tag der Erde: Der Earth Day 2016 und der Weltklimavertrag

Da ist es umso erfreulicher, dass dieser 22. April wohl dennoch in die Geschichte eingehen wird: Nämlich als Tag der Unterzeichnung des Weltklimavertrags, den die Nationen November bis Dezember 2015 in Paris aushandelten. Nachdem vorher kaum jemand an eine Einigung geglaubt hatte, stellte sich das Ergebnis Klimakonferenz als überraschender Erfolg heraus: Ein echtes Vertragswerk mit deutlichen Zahlen.

Oder wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon es formuliert: "Ein wegweisender Pakt, der die Macht hat, die Welt zu verändern." Vertreter von mehr als 170 Nationen sind gerade unterwegs nach New York, um im UN-Hauptquatier am 22. April 2016 den Weltklimavertrag zu unterzeichnen - und damit vielleicht tatsächlich die Umwelt ein Stück weit besser zu machen.

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