Schüsse in Frankfurter Innenstadt - Suche nach dem Täter

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Einschusslöcher an der Windschutzscheibe. Wurde aus dem Auto heraus geschossen oder auf das Auto? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Frankfurt - In der Frankfurter Innenstadt wurden zwei Menschen durch Schüsse schwer verletzt. Einen Terroranschlag schließt die Polizei aus - sie geht von einem kriminellen Hintergrund aus.

In der Frankfurter Innenstadt genießen am Vatertag zahlreiche Menschen das herrliche Wetter, als plötzlich Schüsse fallen. Mitten im Zentrum der hessischen Metropole, auf einem belebten Platz mit Cafés, werden am späten Donnerstagnachmittag zwei Personen schwer verletzt, die unbekannten Täter flüchten.

Kurze Zeit später sperrt die Polizei den Tatort am Friedrich-Stoltze-Platz weiträumig ab, die Lage ist anfangs verworren. Zunächst berichten die Ermittler, dass aus einem fahrenden Auto geschossen wurde, später heißt es dann, die Täter hätten aus einem Café heraus geschossen und seien dann geflüchtet. Zunächst spricht die Polizei außerdem noch von einem Leichtverletzten. Die Hintergründe werden im kriminellen Milieu vermutet, zu einer möglichen Verbindung in die Rockerszene will sich die Polizei nicht äußern. Einen Terroranschlag schließt sie aber rasch aus.

Bar-Bedienung berichtet von vier bis fünf Schüssen

Eine Bedienung aus einer Bar gegenüber war gerade zum Rauchen draußen. Sie habe vier oder fünf Schüsse gehört, sagte die 24-Jährige, die ihren Namen lieber nicht nennen will. Erst seien Schüsse auf ein Auto gefallen, dann sei nur wenige Meter davon entfernt ein Mann angeschossen worden. „Ich habe gedacht, es wäre ein Terroranschlag“, berichtet die junge Frau. Leute seien weggerannt. Sie habe dann noch eine Familie mit Kindern von der Straße geholt und sei mit ihr in den Keller der Gaststätte geflüchtet.

Der Tatort befindet sich nur einen Steinwurf von der Hauptwache entfernt, die als eines der Wahrzeichen und Mittelpunkt Frankfurts gilt. Sie ist zugleich einer der Hauptknotenpunkte für den öffentlichen Nahverkehr, zahlreiche S- und U-Bahnlinien kreuzen sich dort. Nur wenige Meter davon entfernt beginnt die Fußgängerzone Zeil, eine der größten Einkaufsstraßen in Deutschland.

Schusswaffe liegt auf der Straße herum

Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen den Tatort.

Noch gut zwei Stunden nach der Bluttat ist die Spurensicherung der Polizei bei der Arbeit. Ein Beamter fotografiert am Tatort den weißen SUV, der mit aufgeklapptem Kofferraum mitten auf der Straße steht. In der Windschutzscheibe befinden sich mehrere Einschusslöcher. Auf dem Straßenpflaster liegt eine Schusswaffe. Später transportieren die Beamten ein Motorrad ab, das auch in der Rockerszene gerne gefahren wird. Ein Auto wird ebenfalls abgeschleppt, es hat die Ziffern 1 und 8 im Kennzeichen, was auf die Rockergang Hells Angels hindeuten könnte.

Doch die Polizei hält sich bedeckt, was mögliche Verbindungen zu Rockergruppen angeht. Erst Ende

Februar hatte das Landeskriminalamt berichtet, dass Hessens Rocker-Szene durch neue Gruppierungen aufgemischt wird. Revierkämpfe seien noch nicht registriert worden, hieß es damals.

Das Café, vor dem ein Mann angeschossen wurde, liegen auch später am Abend noch Erste-Hilfe-Utensilien des Rettungsdienstes, Blutflecken sind zu sehen. Scherben liegen herum, auf einem Tisch steht noch Essen. Das Restaurant hat geschlossen.

Menschen flüchteten über den Tresen in die Küche

Ein Kellner eines italienischen Restaurants erzählt: „Zwei junge Männer, die draußen saßen, haben sich so erschreckt, dass sie in Panik über den gut einen Meter hohen Tresen gesprungen sind, um sich in die Küche der Pizzeria zu flüchten.“ Viele andere Gäste seien in Panik aufgesprungen und ohne zu zahlen weggerannt. „Es war schönes Wetter und ein Feiertag, Vatertag. Es waren viele Familien da“, berichtet der Kellner. Auch er will seinen Namen nicht nennen.

Die Mitarbeiter des Restaurants, vor dem der weiße SUV gestanden haben soll, wurden nach Hause geschickt und von drei Kolleginnen abgelöst. Eine von ihnen, die ihren Namen ebenfalls nicht sagen will, erzählt beim Aufräumen: „Ich dachte, das ist in Frankfurt mit der Kriminalität nicht mehr so schlimm. Aber heute zeigt sich wieder das Gegenteil.“ Die 32-Jährige, wohnt seit einigen Jahren in Frankfurt.

Ein Rentner-Ehepaar aus Frankfurt, das auf dem Weg zum Geldautomaten ist, zeigt sich dagegen eher gelassen: „Normalerweise machen die das ja unter sich aus - und nicht inmitten eines unbeteiligten Publikums“, sagt der Mann.

dpa

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