Alle Ereignisse im Live-Ticker

Rosenmontag: Darum wurde der Zug in Düsseldorf abgesagt

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Dieser Motivwagen vor dem Düsseldorfer Rathaus soll die Entwicklung der Partei AfD darstellen: Gestern blau, morgen braun.

Köln - Das Sturmtief "Ruzica" erreicht Nordrhein-Westfalen - und sorgt dafür, dass viele Rosenmontags-Umzüge ausfallen werden. Alle Neuigkeiten im Ticker.

+++ Enttäuschung, Verständnis, aber auch wilde Verschwörungstheorien - die Absage des Rosenmontagszugs in Mainz hat in den sozialen Netzwerken einbreites Spektrum von Reaktionen ausgelöst.

+++ Dass der Rosenmontagszug abgesagt wurde, stieß nicht überall auf Verständnis. Auch die Bilder aus dem Netz zeigen, wie schön das Wetter in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt war. In Köln hingegen fand der Umzug wie geplant statt.

Wie der Kölner Express berichtet, traf eine Koordinationsgruppe - bestehend aus dem Comitee Düsseldorf Carneval, der Feuerwehr und der Polizei - die Entscheidung. Organisations-Chef Sven Gerling begründet die Entscheidung wie folgt: Umherfliegende Äste oder die Züge selbst hätten zu einer großen Gefahr für die Teilnehmer werden können. 

Denn: In Düsseldorf bestehen die Wägen aus Pappmaschee, Holzlatten und Gittergerüst und sind somit anfälliger für Wind als die Kölner Wägen - diese bestehen nämlich hauptsächlich aus Holz und sind kastenförmig.

Impressionen: Narren trotzen dem Sturmtief

+++ Das wird den Narren gar nicht schmecken: Micky Beisenherz wettert öffentlich über den Kölner Karneval, die Stadt selbst und die Ereignisse in der Silvesternacht. 

Auf stern.de schreibt er über die Rheinmetropole Köln: "Ein aufgepumptes Dorf, das aussieht, als habe Gott zu wenig Stadt, aber noch tonnenweise Beton übergehabt." 

Auch die Ereignisse in der Silvesternacht lässt er nicht außen vor: "Ficki Ficki-Flashmob" nennt er die sexuellen Übergriffe an der Dom-Platte. Und für die fünfte Jahreszeit hat der Moderator auch kein Verständnis: "Hier werden Betankungshymnen geschmettert und Genitalshanties gesungen, dass weder Kehle noch Schiesser trocken bleiben."

+++ Bisher scheint der angesagte Sturm in Düsseldorf und Duisburg noch nicht angekommen zu sein. Auf Twitter werden zahlreiche Bilder aus Düsseldorf oder auch Duisburg gepostet, die Sonne und teilweise sogar blauen Himmel zeigen. Auch die Bilder der Wetter-Webcam auf wetter.com zeigen Sonnenstrahlen und nur wenig Wind.

+++ Ungeachtet der Absage des Rosenmontagszuges hat der Südwestrundfunk (SWR) am Montag live aus Mainz gesendet. Reporterin Patricia Küll trotzte Wind und Wetter und interviewte feiernde Menschen in den Straßen, Offizielle der Mainzer Fastnacht und Karnevalsexperten. In den Interviews wurde Verständnis für die Absage geäußert, es gab aber auch kritische Kommentare. Ganze fünf Stunden musste der SWR an Sendezeit füllen. „Doch nur Retorte zu zeigen, stand nicht zur Debatte“, sagte SWR-Sprecher Wolfgang Utz. „Auch wenn das Wetter die Mainzer im Stich lässt, der SWR lässt seine Zuschauer nicht im Regen stehen.“

Unterbrochen wurden die Live-Einblendungen aus Mainz von Einspielern früherer Karnevalssitzungen. „Wir konnten nicht nur nasse Straßen zeigen“, erklärt Utz. Immer wieder schaltete der Sender zu Kurzinterviews nach Mainz.

+++ ARD-Meteorologe Karsten Schwanke kritisierte die Absage des Düsseldorfer Rosenmontagszugs auf Twitter. „Absage #Düsseldorf - für mich ein Rätsel“, schrieb Schwanke am Montag kurz nach der Mitteilung des Comitees Düsseldorfer Carneval. Die stärksten Böen seien erst am Nachmittag oder Abend zu erwarten, twitterte Schwanke weiter.

+++ Die Polizeibehörden hatten bereits im Vorfeld in allen Karnevalshochburgen ihre Kräfte verstärkt. Sie reagierten damit auf Terrorgefahren und die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln.

Auch in München wurde aufgestockt: Als zusätzliche Maßnahme am Rosenmontag und am Faschingsdienstag wird auf dem Marienplatz eine stationäre Videoüberwachung mit vier Kameras und Echtzeitüberwachung in Betrieb genommen.

+++ Wie der WDR berichtet, ist ein Abbruch der Feierlichkeiten in Köln jederzeit möglich - Dies sollen Stadt und Festkomitee bestätigt haben.

+++ Der Zug in Köln findet statt, berichtet das Nachrichten-Portal express.de - allerdings unter Auflagen. So sollen die Teilnehmer ihre Regenschirme zu Hause lassen - zu groß ist das Risiko, dass sie wegwehen und andere Jecken verletzen könnten. Auch auf Pferde und Kutschen wird Köln dieses Jahr verzichten. 

+++ Im sozialen Netzwerk Twitter wird bereits heftig darüber diskutiert, ob "Ruzica" der wahre Grund für die Umzugs-Absagen ist. Und wieso Köln den Rosenmontag wie geplant begeht. Laut einigen Tweets soll das Wetter in Düsseldorf nicht so schlecht wie angekündigt sein: 

+++ Im Westen sowie Küstenumfeld wurden schon an einigen Stationen schwere Sturmböen bis zu 100 km/h gemessen - der Deutsche Wetterdienst warnt unter anderem auf Facebook:

Der Rosenmontagssturm nimmt langsam Fahrt auf. Im Westen sowie im Küstenumfeld wurden schon an einigen Stationen schwere...

Posted by Deutscher Wetterdienst on Sonntag, 7. Februar 2016

+++ Die ersten Ausläufer des Karnevals-Sturmtiefs "Ruzica" haben den Westen Nordhrein-Westfalens erreicht - mit Folgen für die Jecken: Einige der größten Rosenmontags-Züge mussten bereits abgesagt werden. 

Karnevals-Fans müssen an diesem Montag auf die närrische Zeit in Münster, Krefeld, Dortmund, Hagen, Duisburg, Mainz und Düsseldorf verzichten. Zu groß scheint das Risiko: Im Münsterland wurden bereits Böen mit Windstärke 8 gemessen. In Aachen, Bonn und Köln sollen die Züge wie geplant stattfinden.

Während die Entscheidung, den Zug abzusagen, in Mainz schon am Sonntagabend fiel, entschied sich die Metropole Düsseldorf sehr kurzfristig zu diesem Schritt. 

Bettina Pohl/mt/dpa

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