Bus kracht in Zug: Mindestens 42 Tote

+
Mindestens 40 Menschen sind beim Zusammenstoß eines Linienbusses mit einem Zug sind in der Ukraine ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Kinder.

Kiew - Einer der schwersten Unfälle in der Geschichte der Ukraine schockt das Land: Mindestens 42 Menschen sterben auf einem Bahnübergang.

Tragödie am Bahnübergang: Beim Zusammenstoß eines Busses mit einer Lokomotive sind in der Ukraine mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Kinder. Bei dem Unfall in der Region Dnjepropetrowsk südöstlich der Hauptstadt Kiew seien elf Menschen schwer verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Laut Augenzeugen fuhr der Bus trotz einer blinkenden Warnanlage auf den unbeschrankten Bahnübergang. Die Lokomotive rammte das Fahrzeug und schob den völlig zerstörten Bus noch rund 30 Meter vor sich her. Präsident Viktor Janukowitsch ordnete für diesen Mittwoch Staatstrauer in der früheren Sowjetrepublik an.

Nach Angaben von Verkehrsminister Konstantin Efimenko hatte der 56 Jahre alte Busfahrer, der bei dem Unfall ums Leben kam, 36 Jahre Berufserfahrung. Der Bus habe laut Augenzeugen erst vor dem Übergang gestoppt und sei dann losgefahren, sagte Efimenko. “Das mysteriöse Verhalten des Fahrers ist nicht erklärbar.“ Medien zufolge sollen sich in dem überfüllten Pendlerbus etwa 50 Passagiere befunden haben, obwohl das Fahrzeug nur für maximal 38 Mitfahrer zugelassen sei. Das Wrack war unter der Lokomotive eingeklemmt, die ohne Waggons in die Industriestadt Saporoschje unterwegs war. “Die Ampel war intakt und zeigte an, dass der Übergang gesperrt ist“, sagte ein Bahnsprecher.

Zug rammt Bus - Dutzende Tote in der Ukraine

Zug rammt Bus – Dutzende Tote in der Ukraine

Der 35 Jahre alte Lokführer habe den Unfall überlebt, teilte ein Bahnsprecher in Kiew der Nachrichtenagentur dpa mit. Regierungschef Nikolai Asarow sprach von einem der schwersten Verkehrsunfälle in der Geschichte des Landes. Er sagte den Angehörigen der Opfer finanzielle Unterstützung in Höhe von jeweils umgerechnet 9000 Euro zu. Asarow ordnete die technische Überprüfung aller Bahnübergänge des Landes an. “Man darf nicht auf Kosten von Menschenleben sparen.“ Wie in vielen ehemaligen Sowjetrepubliken gilt in der Ukraine die Sicherheit im Verkehr als völlig unzureichend. Erst 2004 und 2005 starben bei zwei ähnlichen Unfällen im Raum Odessa insgesamt 29 Menschen.

Mehr als 70 Rettungskräfte und auch eine Delegation des Innenministeriums waren am Unfallort. Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig und ließ nur die Angehörigen der Opfer durch. Ihnen bot sich ein Bild des Grauens. Unter den Toten waren auch zwei Kinder im Alter von sechs und 15 Jahren. Die Staatsspitze im benachbarten Russland übermittelte der Ukraine bereits kurz nach dem Unfall ihr Beileid.

dpa

Kommentare