Zweistelliger Millionenschaden

Nach Großbrand bei Wiesenhof: Wie entstand die Feuersbrunst?

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Beim Großbrand entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe.

Lohne - Der Großbrand bei Wiesenhof im niedersächsischen Lohne ist gelöscht, jetzt beginnt die Ursachenforschung. Der Schaden ist enorm, der Betrieb muss eine Zwangspause einlegen.

Der Großbrand beim Geflügel-Unternehmen Wiesenhof dürfte den Schlachtbetrieb im niedersächsischen Lohne für Wochen lahmlegen. „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass die Schlachtung in den nächsten Wochen nicht wieder aufgenommen werden kann“, sagte eine Wiesenhof-Sprecherin am Dienstag. Die Tiere würden sofort zu anderen Standorten gebracht. Täglich wurden im niedersächsischen Lohne bis zu 370.000 Hähnchen geschlachtet.

Für Experten beginnt jetzt die Suche nach der Ursache des Feuers, das am Ostermontag ausgebrochen war und nach Schätzungen der Polizei einen hohen Millionen-Schaden angerichtet haben dürfte. Brandermittler sollten noch am Dienstag den Komplex in Augenschein nehmen, wie eine Polizei-Sprecherin sagte. Am Dienstag waren noch 60 Feuerwehrleute für Nachlöscharbeiten vor Ort. In dem Teil, der nicht vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde, laufen nach Wiesenhof-Angaben bereits die Reinigungsarbeiten.

Auch in den frühen Morgenstunden waren Feuerwehrleute noch damit beschäftigt gewesen, Brandnester zu löschen, wie ein Polizeisprecher sagte. Über Nacht hatte der Wind nachgelassen, was die Löscharbeiten erleichterte. Zwei Menschen wurden bei dem Brand in einer Lager- und Anlieferungshalle leicht verletzt.

470 Feuerwehrleute waren am Montagnachmittag ausgerückt, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Helfer leuchteten in der Nacht das Werksgelände mit Strahlern aus. Mit Baggern und Radladern wurden Rolltore geöffnet, um in die ausgebrannten Hallen zu gelangen. Die Feuerwehr setzte ein spezielles Gemisch aus Löschschaum und Wasser ein, um immer wieder aufflackernde Brandherde an verschiedenen Stellen zu löschen. Neben zahlreichen Feuerwehrleuten unterstützten auch Dutzende Freiwillige von Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk die Arbeit am Brandort.

Brand bei Wiesenhof: 100 Einsatzkräfte bekämpften Flammen in der Nacht

Das Feuer war am Ostermontag aus noch ungeklärten Gründen ausgebrochen. Innerhalb kurzer Zeit standen zwei Hallen des Geflügelproduzenten lichterloh in Flammen. Stundenlang stiegen schwarze Rauchwolken über dem Gelände auf. Die Brandermittler könnten vermutlich erst im Verlauf des Dienstags mit ersten Ermittlungen vor Ort beginnen, erklärte die Polizei.

Anwohnern in einem direkt an die Fabrik angrenzenden Wohngebiet wurde geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In Gefahr waren sie nach Polizeiangaben durch den Rauch aber zu keinem Zeitpunkt. Die Feuerwehr habe ständig Messungen durchgeführt. 

Bilder: Millionenschaden nach Großbrand bei Wiesenhof

Bereits am Samstag war die Feuerwehr wegen eines Zwischenfalls auf das Werksgelände des Geflügelproduzenten ausgerückt. In einer Produktionshalle war Ammoniakalarm ausgelöst worden. Das Gebäude musste daraufhin geräumt werden. Die Ursache des Ammoniakaustritts ist noch nicht geklärt. Ob das Feuer am Montag auch in dieser Halle brannte, war zunächst unklar.

Schon einmal gab es einen Großbrand bei Wiesenhof

Wiesenhof hat neben zwei Betrieben in Lohne neun weitere Verarbeitungsbetriebe in Deutschland - in Bogen (Bayern), Dannenberg (Niedersachsen), Grimme (Sachsen-Anhalt), Holte (Niedersachsen), Möckern (Sachsen-Anhalt), Niederlehme (Brandenburg), Rietberg (Nordrhein-Westfalen), Wildeshausen (Niedersachsen) und Zerbst (Sachsen-Anhalt).

In Bogen war erst vor gut einem Jahr die Schlachtanlage bei einem Großbrand zerstört worden. Das Feuer war in der Nacht zum 16. Februar 2015 ausgebrochen und hatte einen zweistelligen Millionen-Schaden verursacht.

dpa

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