Ein besonderer Fang

Fischer werden mit Pottwal-Kotze zu Millionären

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Khalid AL Sinai mit seinem wertvollen Fang

Maskat - Mit einem riesigen Klumpen Wal-Kotze haben drei Fischer im Oman den Fang ihres Lebens gemacht. Mit dem übel riechenden Klumpen könnten die Männer jetzt reich werden.

Der Fischer Khalid Al Sinai hat fast sein komplettes Leben auf hoher See verbracht, immer in der Hoffnung, das Fischer-Netz gut füllen zu können. Nun haben er und zwei befreundete Kollegen einen Fang getätigt, der ihre Zukunft erst einmal sichern könnte.

Wertvoller Mageninhalt

Eines Abends, als sie ihre Netze einholten, befand sich in einem davon ein 80 Kilogramm schwerer Klumpen einer übel riechenden, wachs-ähnlichen Substanz: Pottwal-Kotze. Oder um es mit dem Fachausdruck zu sagen: Amber.

Amber ist eine sehr seltene und teure Substanz, die fast ausschließlich in tropischen Gewässern zu finden ist und hauptsächlich zur Herstellung von Parfüm benutzt wird. Obwohl sie zunächst einen sehr unangenehmen Duft verströmt, ändert sich dies, wenn sie einige Zeit an der Luft gelegen hat.

Ein Kilo Amber ist bis zu 13.500 Omanische Rial wert, was beinahe 33.000 Euro entspricht. So könnte der Fang den Fischern umgerechnet bis zu 2,6 Millionen Euro bescheren. Nach 20 Jahren bescheidenem Fischerleben können Khalid und seine Freunde ihren Familien nun ein besseres Leben bieten.

„Als uns die Experten sagten, dass es wirklich Amber ist, haben wir es zurecht geschnitten, um es zu trocknen und später zu verkaufen.“, so Khalid zu der englischsprachigen Zeitung Times Of Oman. Zur Zeit schwanken die Angebote zwischen 7.500 OMR und 13.500 OMR pro Kilogramm. Khalid und seine Freunde möchten aber noch abwarten, um den besten Preis für sich und ihre Familien erzielen zu können.

Amber entsteht im Magen der Pottwale, die Unverdauliches in der wachs-ähnlichen Substanz einschließen und dieses erbrechen oder ausscheiden. Der Duft von Amber ist immer unterschiedlich, riecht manchmal leicht erdig, moschusartig oder oft auch sehr süßlich. Parfüm-Hersteller, denen der Duft gefällt, zahlen oft Unsummen für eine Unze davon. So wie der Franzose Jacques Polge, seit langem der Chef-Parfümeur des renommierten Parfum-Labels der Marke Chanel.

kah

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