EHEC: Spanier zieht wegen Gurken vor Gericht 

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Wegen der EHEC-Gurkenwarnung der Hamburger Gesundheitsbehörde zieht ein spanischer Obst- und Gemüsehändler vor Gericht.

Hamburg - Die EHEC-Gurkenwarnung hat ein juristisches Nachspiel. Der spanische Obst- und Gemüsehändler Frunet reichte gegen die Hamburger Gesundheitsbehörde einen Eilantrag ein.

Nach der verfrühten Warnung vor spanischen Gurken ist der

juristische Streit zwischen der Hamburger Gesundheitsbehörde und dem spanischen Gemüsehändler Frunet eröffnet. Allerdings soll die Entscheidung über den beim Verwaltungsgericht eingereichten Eilantrag der Spanier auf Akteneinsicht frühestens Ende kommender Woche fallen. Die Gesundheitsbehörde der Hansestadt habe bis Mittwoch Zeit, Stellung zu dem Antrag zu beziehen, sagte ein Sprecher des Oberverwaltungsgerichts am Freitag auf dapd-Anfrage. Vorher werde es keine Entscheidung geben. Auch müsse das Verwaltungsgericht erst abwarten, wie die Behörde reagiere.

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Die Berliner Kanzlei Lindenpartners hatte den Eilantrag am Donnerstag für den spanischen Obst- und Gemüsehändler Frunet beim Hamburger Verwaltungsgericht eingereicht. Darin fordert Frunet nach Angaben des Gerichtssprechers ausschließlich die Einsicht in die Akten der Gesundheitsbehörde. Diese habe die Behörde den Spaniern bislang verweigert. Der Antrag sei am Donnerstagabend eingegangen.

Erster Schritt, Frunet zu rehabilitieren

“Wir hoffen, dass aufgrund der Brisanz des Themas ganz zügig entschieden wird“, sagte Nina Scherber von Lindenpartners am Freitag in Berlin auf dapd-Anfrage. Der Eilantrag sei der erste Schritt, Frunet zu rehabilitieren.

Nach dem EHEC-Fund an vier Salatgurken in Hamburg hatte die Gesundheitsbehörde der Stadt am 26. Mai Frunet-Gurken als eine erste Infektionsquelle bezeichnet. Wenige Tage später musste die Behörde allerdings einräumen, dass es sich dabei nicht um den EHEC-Stamm handelt, der zur Epidemie geführt hat.

Existenz des Gemüsehändlers gefährdet

Seither sei die Existenz des spanischen Obst- und Gemüsehändlers gefährdet, sagte die Anwältin Scherber weiter. Mit den Akten solle etwa der Verdacht bewiesen werden, dass die Gesundheitsbehörde vor der Warnung die gesetzliche Sorgfaltspflicht vernachlässigt habe und vorgeschriebene Gegenproben nicht entnommen worden seien. Auch hofft Frunet-Eigentümer Antonio Lavao auf eine Entschädigung für den entstandenen Schaden, wie er jüngst in Hamburg sagte.

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Das Unternehmen, angesiedelt in der Provinz Malaga, beschäftigt etwa 120 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 15 Millionen Euro. Frunet ist eigenen Angaben zufolge auf die Aufbereitung und den Vertrieb von ökologischem Obst und Gemüse spezialisiert. Die Ware geht überwiegend an Supermärkte und Naturkost-Großhändler in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. 80 Prozent der Ware gehen ins Ausland, davon 30 Prozent nach Deutschland.

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