Drei Länder gehen gegen dreckige Luft vor

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In Mailand gilt ein weitgehendes Fahrverbot für Privatwagen. Foto: Stefano Porta

Warnungen vor Bewegung im Freien, Fahrverbote für private Autos und eine Art Kriegerklärung: China, Indien und Italien gehen gegen dreckige Luft in den Städten vor. Ein Bürgermeister in Italien will sogar das Pizzabacken im Holzofen stoppen.

Rom/Neu Dehli/Peking (dpa) - Starker Smog macht den Menschen in Peking und in vielen anderen Städten Nordchinas seit Tagen das Atmen fast unmöglich.

Der Kampf dagegen gestaltet sich allerdings schwierig. Dicke Luft herrscht auch in vielen Städten Italiens: Betroffene Kommunen reagieren kurz vor dem Jahresende mit weitgehenden Fahrverboten auf die enorme Feinstaubbelastung. So sollen in Mailand am Montag (28.12.) private Wagen tagsüber möglichst stillstehen. Und auch Indiens Regierung erklärt der dreckigen Luft den Krieg. Details über die drei Länder im Kampf für eine saubere Umwelt:

ITALIEN: Das sonnig-trockene Winterwetter im Mittelmeerland Italien hat derzeit eine schlimme Kehrseite: In vielen Städten ist die Luft so verschmutzt, dass die Gefahren für die Gesundheit der Menschen immer schlimmer werden. Mit Fahrverboten versuchen große italienische Städte die hohe Luftbelastung zu senken. Außerdem sollen die Menschen mit Vergünstigungen im Nahverkehr - etwa in Rom - motiviert werden, ihr Auto stehen zu lassen. In Mailand, der zweitgrößten Stadt des Landes, gilt von diesem Montag an bis Mittwoch in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr ein weitgehendes Fahrverbot für Privatwagen. Ein Bürgermeister in der Region von Neapel will außerdem bis zum Ende des Winters das Pizzabacken im Holzofen verbieten. Es gab jedoch Zweifel, ob dieses Verbot in der Heimat der Pizza durchsetzbar sei.

INDIEN: Mit doppelseitigen Anzeigen in mehreren Zeitungen hat die Regierung von Indiens Hauptstadt den "Krieg gegen die Luftverschmutzung" erklärt. Ab dem 1. Januar gelten in Neu Delhi für eine Probephase abwechselnd Fahrverbote für Autos mit geraden und ungeraden Kennzeichen. Neu Delhi gehört zu den Städten mit der weltweit schlechtesten Luft. Ausgenommen von den Fahrverboten sind neben Wagen für Notfallversorgung auch Prominente. Sich selbst zählt Regierungschef Arvind Kejriwal nicht dazu. "Ich werde die Regeln einhalten wie ihr", schrieb er am Samstag den Bürgern seines Landes.

CHINA: Überall Menschen mit Atemmasken, Gebäude auf der anderen Straßenseite sind kaum zu erkennen: Wegen der massiven Luftverschmutzung in China haben die Behörden seit Donnerstag Warnungen in über 50 Städten ausgegeben, Bewegung im Freien sollte vermieden werden. Trotz der extremen Luftverschmutzung rief Peking - anders als bereits zweimal in diesem Monat - nicht die höchste Smog Alarmstufe aus, die Fahrverbote und Fabrikschließungen zur Folge hätte. Als Hauptgrund für die extrem schlechte Luft, die sich regelmäßig in großen Teilen des Landes ausbreitet, gelten dreckige Kohlekraftwerke und Fabriken. Im Oktober hatte die Umweltorganisation Greenpeace festgestellt, dass 80 Prozent der chinesischen Städte die Schadstoff-Grenzwerte für Luft überschreiten. Im Vergleich zum Vorjahr sahen die Umweltschützer aber leichte Fortschritte.

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