Deutsche Forscher untersuchen Entstehung der Antarktis

Ein Forscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe blickt auf das Gebiet Nordviktorialand in der Antarktis (undatiertes Handout). Foto: BGR

Die Arbeitsbedingungen der elften deutschen Antarktis-Expedition sind extrem. Schneestürme erreichen Tempo 110, und es ist bis zu minus 30 Grad kalt, während die Forscher in Zelten übernachten.

Hannover (dpa) - Deutsche Forscher suchen auf einer Antarktis-Expedition geologische Spuren der Entstehung des vereisten Kontinents. Rund 1700 Kilometer vom Südpol entfernt haben sie inzwischen auf über 1000 Meter Höhe auf einen im Eis isolierten Felsen ihre Arbeit aufgenommen.

Das teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover mit, die das Projekt leitet. Mit dabei sind auch Forscher aus Schweden, Italien und Australien. Es handelt sich um die elfte deutsche Antarktis-Expedition seit 1979.

Über ein Expeditionstagebuch geben die Experten Einblick in ihre extremen Arbeitsbedingungen. So sind sie für Messungen und Gesteinsproben zu Fuß in äußerst unwegsamen Gelände mit Steigeisen unterwegs, zunächst absolvierten sie ein Survivaltraining. Heftige Schneestürme mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 Stundenkilometern erforderten ein zusätzliches Absichern der Zelte. Für Messflüge werden, wenn sich der Sturm gelegt hat, aber auch Hubschrauber eingesetzt. Neben den Erkundungen wird eine Hunderte Kilometer weiter südlich gelegene Antarktis-Station der Bundesanstalt modernisiert.

Bei ihren Arbeiten suchen die Forscher nach Spuren, mit denen sich das Entstehen und das Auseinanderbrechen des Großkontinents Gondwana, dessen Kernstück die Antarktis bis vor etwa 180 Millionen Jahren war, zurückverfolgen lassen. Im Laufe dieses Zerfalls lösten sich Afrika, Indien, Australien, Neuseeland und Südamerika von der Antarktis ab. Das führte zur isolierten Position des Kontinents am Südpol.

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