Billy the Kid soll posthum begnadigt werden

+
Garretts Enkel.

Santa Fe - Er ist eine der großen Legenden des Wilden Westens: Billy the Kid. Möglicherweise soll er nun posthum begnadigt werden. Doch bei den Enkeln des Sheriffs, der ihn umbrachte, regt sich Widerstrand.

Hollywood-Filme, Bücher und Lieder haben die Erinnerung an den Revolverhelden wach gehalten. Nun ist auf Anregung des Gouverneurs des US-Staats New Mexiko eine Debatte darüber entbrannt, ob der als William Henry McCarthy geborenen Outlaw posthum begnadigt werden sollte. Für die Nachfahren des Sheriffs, der Billy the Kid vor fast 130 Jahren erschoss, ein Unding. Über Billy the Kid gibt es viele Legenden. So soll er 21 Menschen umgebracht haben - einen für jedes Jahr seines Lebens. Wahrscheinlich waren es eher neun, nachgewiesen wurden ihm vier.

Weniger umstritten als die Zahl seiner Opfer ist das Ende des Revolverhelden: Nach einem wilden Feuergefecht, bei dem er zwei Hilfssheriffs erschoss, gelang ihm die Flucht aus dem Lincoln Bezirksgefängnis, wo er nicht auf seine Hinrichtung am Galgen warten wollte. Der Sheriff Pat Garrett nahm die Verfolgung auf und erschoss Billy the Kid am 14. Juli 1881 in der Nähe von Fort Sumner aus dem Hinterhalt. Für Garretts Erben geht es nun um den guten Ruf und die Ehre ihres Vorfahren. Würde Billy the Kid begnadigt, würde dies das Andenken ihres Großvaters beschädigen, findet seine Enkelin Susan Floyd Garrett. Gouverneur Bill Richardson will sich aber noch nicht entscheiden. Bei einem Treffen mit dreien von Garretts Enkeln und zwei Urenkeln weigerte er sich am Donnerstag, eine von ihnen initiierte Petition gegen die Begnadigung zu unterzeichnen.

Für die einen ein Held, für die anderen ein Gangster

Immerhin war es Richardson, der im vergangenen Jahr öffentlich überlegte, ob er nicht das Begnadigungs-Versprechen eines Amtsvorgängers einlösen solle, das dieser Billy the Kid damals gegeben hatte. Allerdings rennt Richardson die Zeit davon. Will er den Revolverhelden begnadigen, muss er es noch dieses Jahr tun - vor Ablauf seiner Amtszeit. Für die Garretts ist die Sache klar: Billy the Kid war ein Gangster. Andere sehen ihn dagegen als Opfer der Umstände.

Als Angestellter auf einer Ranch wurde er 1878 in einen Kleinkrieg zwischen reichen Ranchern und Geschäftsleuten aus der Stadt verwickelt, der als Vorlage für einen Western dienen könnte. In derart schlechter Gesellschaft war Billy the Kid für seine Fans folglich ein Opfer der rauen Sitten des Wilden Westens. Und wie es sich für eine Legende gehört, ist Billy the Kid (fast) unsterblich. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach Garrett den falschen Mann erschossen haben soll. Demnach gelang es dem Revolverhelden, nach Texas zu flüchten. Dort soll er unter dem Namen “Brushy Bill“ Roberts mit 90 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben sein.

dapd

Kommentare