Whistler - Sein finaler Auftritt war in Axel Teichmanns Tagesplan gar nicht vorgesehen. Erst recht nicht während das Langlauf-Rennens, als er mit "Saftlatten" unterwegs war.

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Als Teichmann zum letzten Mal die Ski wechselte, lag er noch auf Rang 25, sein Rückstand betrug 15 Sekunden.
Und so ließ der 31-Jährige seinen Teamanzug im olympischen Dorf. Er hätte nicht im Traum daran gedacht, erzählte der Hüne aus Thüringen später, dass er die Klamotten am olympischen Schlusstag noch gebrauchen könnte. Ein Irrtum. Denn Teichmann hatte nach dem Lauf über 50 Kilometer noch eine angenehme Pflicht zu erfüllen. Er musst zur Siegerehrung ins drei Stunden entfernt liegende Vancouver – um sich dort Silber abzuholen. Es war die letzte Medaille, die ein deutscher Sportler bei diesen Winterspielen errang.
Dabei hatte es lange Zeit überhaupt nicht danach ausgesehen, dass Teichmann eine große Rolle spielen würde in der nordischen Königsdisziplin. Eher unauffällig hielt er sich im Mittelfeld, auch weil ihm zwischen Kilometer 30 und 40 das Material arge Probleme bereitete. „Da hatte ich richtige Saftlatten“, erzählte der 31-Jährige.
Zuvorderst auf Teichmann, der auch schon im Teamsprint Silber geholt hatte und auf dem letzten Kilometer zu einem gewaltigen Finish ansetzte. Vorübergehend lag er sogar ganz vorne, erst auf der Zielgeraden schnappte ihm der Norweger Petter Northug – wie schon im Teamsprint – um 3/10 Sekunden noch Gold weg. Vom Edelmetall zeigte sich Teichmann, der in seiner Karriere erst sein drittes 50-km-Rennen bestritt, am meisten überrascht: „Silber - das war das Letzte, womit ich gerechnet hätte.“
Chefcoach Schreyl, der Teichmanns Kleider für die unverhoffte Siegerehrung noch eilig per Shuttle herbeischaffte, sah es etwas anders: „Mir war klar: Wenn Axel etwas anpackt, dann macht er das konsequent.“
Groß in Form präsentierte sich auch Tobias Angerer. Cheftrainer Jochen Behle bescheinigte ihm „ein Riesenrennen“. Vom ersten bis zum letzten Kilometer hielt sich der Traunsteiner hartnäckig in der Spitzengruppe. Zu Bronze, das sich der Schwede Johan Olsson sicherte, fehlten ihm am Ende aber 0,5 Sekunden. Angerer, der im Verfolgungsrennen Silber erkämpft hatte, meinte: „Das ist der blödeste Platz, den man kriegen kann.“ Ganz nah dran und doch weit weg vom großen Glück.
Armin Gibis
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