Arcandor droht schon Montag Insolvenz

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    • 07.06.09
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Arcandor droht schon Montag Insolvenz

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Essen - Dem angeschlagenen Handelskonzern Arcandor droht bereits Montag die Insolvenz. Wenn die Bundesregierung den beantragten Notkredit von 437 Millionen Euro am Montag ablehne, müsse Arcandor noch am gleichen Tag Insolvenz anmelden.

Dem angeschlagenen Handelskonzern Arcandor droht bereits Montag die Insolvenz.

© dpa

Dem angeschlagenen Handelskonzern Arcandor droht bereits Montag die Insolvenz.

“Dann bleibt uns keine andere Wahl“, sagte Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski am Samstag. Ohne staatliche Hilfszusage werde Arcandor am kommenden Freitag zahlungsunfähig. Dann läuft ein 650-Millionen-Euro-Kredit aus.

Die Zahlungsunfähigkeit soll bei einem Krisentreffen in letzter Minute abgewendet werden. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Gerhard Eick werde sich am Sonntag mit METRO -Chef Eckhard Cordes und dem Deutschland-Chef der Investmentbank Goldman Sachs, Alexander Dibelius, treffen, sagte Koslowski. Goldman Sachs ist Haupteigentümer der Immobiliengesellschaft Highstreet, der die meisten Karstadt- Warenhäuser gehören. Karstadt zahlt Medienberichten zufolge seit Freitag keine Miete mehr.

Cordes sieht bei einer Übernahme der Karstadt-Filialen durch Kaufhof für fast alle davon betroffenen Mitarbeiter eine “sichere Zukunft“. In der “Bild am Sonntag“ schlug Cordes einen “Rettungspakt für Arbeitsplätze“ vor. “Dafür bringen zunächst wir den profitablen Kaufhof und ein erfolgreiches Kaufhaussystem ein. Dann müssten die Vermieter der Immobilien - in welcher Form auch immer - helfen. Die Serviceleister, zum Beispiel in der Logistik, müssten Kosten senken, um die Logistik der Karstadt-Häuser so günstig aufzustellen wie bei unserem Kaufhof.“

Selbst die 5000 Mitarbeiter, die von der Schließung von 30 Karstadt-Filialen theoretisch betroffen wären, müssten nicht sofort “Job-Verlust und Arbeitslosigkeit“ befürchten. Cordes: “Sollte es zu konkreten Verhandlungen über die Rettung der Karstadt-Warenhäuser kommen, schlagen wir die Schaffung einer Transfer- und Sicherungsgesellschaft vor.“

Zugleich stellte Cordes Hilfe aus seinem METRO -Konzern in Aussicht. “Die METRO Group ist bereit, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 30 betroffenen Filialen weitere ein bis zwei Jahre in Lohn und Brot bleiben könnten und in weiten Teilen eine sichere Zukunft erhalten.“ Und weiter: “Nur dort, wo es nicht anders geht, würde komplett geschlossen und Personal abgebaut werden.“

An dem Krisengespräch werde auch der Arcandor- Aufsichtsratsvorsitzende Friedrich Carl Janssen teilnehmen. Janssen vertritt den Arcandor-Großaktionär Sal. Oppenheim. Die Bundesregierung verlangt als Voraussetzung für staatliche Hilfe einen größeren Sanierungsbeitrag der Eigentümer. Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ) sagte am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung: “Wir können nicht zulassen, dass der Steuerzahler dafür einspringen muss, dass andere eine Misswirtschaft betrieben haben und heute nicht für den Schaden eintreten wollen.“

Der Arcandor-Sprecher sagte dazu, der Konzern habe in Berlin ein Konzept vorgelegt, das erhebliche Beiträge von Mitarbeitern, Eigentümern und Partnern zur Sanierung des Konzerns beinhalte. Zusammen beliefen sich diese Zugeständnisse auf fast 700 Millionen Euro. Laut Medienberichten will die Privatbank Sal. Oppenheim eine geplante Kapitalerhöhung von 100 auf 150 Millionen Euro veranlassen. Der “Spiegel“ schreibt, Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die in den vergangenen Jahren bereits massiv Vermögen verloren hatte, soll bereit sein, allenfalls noch einmal 40 Millionen Euro nachzuschießen.

METRO -Chef Cordes hält einen Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt zu einer Deutschen Warenhaus AG innerhalb von zwei Monaten für möglich. “Wir haben der Politik und Karstadt einen zügigen Vier- Stufen-Plan zur Rettung angeboten“, sagte er der “Bild am Sonntag“. Cordes will Berichten zufolge 60 der 91 Karstadt-Filialen mit der Kaufhof-Kette von METRO verschmelzen.

dpa

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