Merkel hatte am Dienstagabend vor der FDP-Bundestagsfraktion gesagt, Eurobonds als gemeinschaftliche Haftung für Schulden von EU-Ländern werde es nicht geben, “solange ich am Leben bin“. Dies wurde aus Teilnehmerkreisen bestätigt.
“Frau Merkel ist noch ein Jahr im Amt, da muss sie gar nicht in so weiten Perspektiven denken“, sagte Trittin am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“. Außerdem lägen schon heute Staatsanleihen von Krisenländern in der Größenordnung von 300 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank.
“Gemeinschaftliche Haftung gibt es schon, obwohl Frau Merkel sichtbar noch lebt. Deshalb sollte man sich solche dummen Sätze eher sparen“, sagte der Grünen-Politiker die “heute schon gelogen“, seien.
Eurobonds und Finanztransaktionssteuer: Instrumente gegen Euro-Krise
Bundesbankpräsident Jens Weidmann bekam von Trittin ebenfalls sein Fett weg. Weidmann, der gewarnt hatte, dass gemeinsame Anleihen der Eurostaaten den Reformwillen in Krisenländern bremsen könnten, halte er “nicht für klug“. Das Spardiktat in der Krise, das Weidmann als ökonomische Weisheit verkaufe, verschärfe die Rezession, kritisierte Trittin.
Die FDP steht bei dem Thema hinter der Kanzlerin. “Und sie hat auch unsere volle Unterstützung“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Volker Wissing am Mittwoch im Südwestrundfunk. “Es darf nicht sein, dass deutsche Steuerzahler für die Schulden anderer Länder gerade stehen. Wenn es dazu kommen würde, wäre die Akzeptanz Europas auf Dauer beendet.“
dpa/dapd
















