Düsseldorf - Bei den Ermittlungen gegen den Neonazi-Terror geht die Serie der Festnahmen weiter: Ein mutmaßlicher Gehilfe wurde in Düsseldorf verhaftet und später dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Mit der Verhaftung von S. sitzen jetzt bereits fünf mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation in Untersuchungshaft. Insgesamt gibt es in dem Fall mittlerweile 13 Beschuldigte. Gegen mehrere weitere wird ermittelt.
Nach den bisherigen Erkenntnissen war Carsten S. 1999 und 2000 im rechtsextremistischen “Thüringer Heimatschutz“ aktiv - so wie damals auch Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe. Zusammen mit Ralf Wohlleben, der ebenfalls im Visier der Ermittler steht, soll Carsten S. dem Trio 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition verschafft haben. Den Ermittlungen zufolge hat er die Waffe in Jena gekauft und anschließend an Wohlleben weitergegeben, der einen Kurier mit dem Transport zu den NSU-Mitgliedern betraute.
Der mutmaßliche Untersützter war offenbar auch ein Funktionär der NPD. Wie die “Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) berichtet, stand er nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena. Außerdem gehörte S. dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten an.
Carsten S. soll laut Bundesanwaltschaft “billigend in Kauf genommen haben“, dass die Waffe für rechtsextremistisch motivierte Morde verwendet werden könnte. Bislang sei allerdings nicht klar, ob sie tatsächlich für Straftaten der Terrorzelle eingesetzt wurde.
Die Düsseldorfer Wohnung von Carsten S. wurde von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) und des Landeskriminalamts (LKA) Nordrhein-Westfalen durchsucht. Er wurde gegen 14.00 Uhr mit einem Polizeihubschrauber zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe gebracht. Der Ermittlungsrichter sollte ihm dort den Haftbefehl eröffnen.
dapd
Rubriklistenbild: © dpa


Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.