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Merkel weist Sarrazin in die Schranken

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Berlin - Kanzlerin Angela Merkel hat die kritischen und polemischen Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin über Muslime und Juden als “vollkommen inakzeptabel“ verurteilt.

merkel

© dpa

"Vollkommen inakzeptabel" nennt Angela Merkel die Äußerungen Sarrazins.

Sie seien ausgrenzend und machten ganze Gruppen in der Gesellschaft verächtlich, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag im Sommerinterview der ARD-Sendung “Bericht aus Berlin“. “Das spaltet die Gesellschaft“, sagte Merkel.

Das schlimmste sei, dass Sarrazin die notwendige Auseinandersetzung mit dem Thema Integration nicht voranbringe, sondern verschärfe und erschwere, sagte Merkel. “Das eine ist die Wortwahl, die Art der Ausdrucksweise, die Abstempelung ganzer Gruppen, das Ausgrenzen, Verächtlichmachen, das ist inakzeptabel. Das führt auch nicht zu Lösungen“, betonte sie. Das andere sei die Debatte über Integration.

Auf die Frage, ob Sarrazin von seinem Posten abtreten müsse, verwies Merkel auf die Unabhängigkeit der Bundesbank. Sie sei sich aber ganz sicher, dass man auch in der Bundesbank darüber sprechen werde. In dem Institut gehe es nicht nur um Geld oder Finanzprobleme, sondern es sei “für uns alle, für unser ganzes Land ein Aushängeschild“, das nach innen und außen wichtig sei.

Sarrazin hatte mit Äußerungen über ein “bestimmtes Gen“ aller Juden die Auseinandersetzungen um seine Person noch einmal drastisch verschärft. Bundesminister und Politiker fast aller Parteien reagierten empört und stellten die Eignung Sarrazins für sein Amt infrage. Der ehemalige Berliner Finanzsenator blieb aber unnachgiebig und lehnte einen Austritt aus der SPD ab.

apn

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