Er wolle sich den schwedischen Behörden stellen wenn er eine Garantie bekomme, nicht an die USA ausgeliefert zu werden, berichtete die Zeitung “Sunday Times“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Vertraute des Internetrebellen.
Der Australier sucht seit zwei Monaten in der ecuadorianischen Botschaft in London Schutz, um einem Haftbefehl aus Schweden zu entgehen. Das hatte zu diplomatischen Spannungen zwischen London und Quito geführt. Ecuador hat ihm inzwischen Asyl gewährt.
Nach Angaben von Wikileaks plante Assange am Sonntag eine öffentliche Erklärung vor der Botschaft - mit dem Risiko einer Festnahme. Assange wird mit EU-weitem Haftbefehl wegen Verdachts auf Sexualdelikte gesucht und soll dazu in Schweden verhört werden. Er selbst vermutet dahinter ein Komplott, nachdem Wikileaks unzählige vertrauliche diplomatische Depeschen aus den USA öffentlich ins Internet gestellt hatte.
Der Asylstreit beschäftigt inzwischen den gesamten amerikanischen Kontinent. Am Sonntag wollten im ecuadorianischen Guayaquil die Außenminister des südamerikanischen Staatenbündnisses Unasur über den Fall beraten. Am Freitag trifft sich in Washington die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu einer Dringlichkeitssitzung.
Die linksgerichtete Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA) sicherte Ecuador am Samstag Rückendeckung zu. Die Außenminister des Staatenbündnisses, in dem Venezuela und Kuba federführend sind, unterstützten in Guayaquil das Recht Ecuadors, Assange diplomatisches Asyl zu gewähren. Zudem forderten sie eine Debatte in den Vereinten Nationen über die Unantastbarkeit der diplomatischen Vertretungen.
Weitere juristische Schritte geplant
Assange ist nach Angaben seines rechtlichen Beraters in “Kampfstimmung“ und hat sein Anwaltsteam mit weiteren juristischen Schritten beauftragt. Das sagte Baltasar Garzón am Sonntag vor der ecuadorianischen Botschaft in London kurz vor einem erwarteten Auftritt von Assange. Details nannte er nicht. “Assange hat seine Anwälte beauftragt, einen juristischen Schritt zu vollziehen, um die Rechte von Wikileaks, von Julian selber und allen, gegen die derzeit ermittelt wird, zu schützen.“ Vor der Botschaft warteten mehrere hundert Sympathisanten, Medienvertreter und Neugierige. Eine Hundertschaft Polizisten war vor Ort.
dpa










