Schwere Lastwagen müssen nun auch auf zahlreichen gut ausgebauten Bundesstraßen in Deutschland Maut zahlen. Rund sieben Jahre nach der Einführung auf Autobahnen gilt die Gebührenpflicht seit Mitternacht zusätzlich auf gut 1100 Kilometern Bundesstraße. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sprach beim symbolischen Start am frühen Mittwochmorgen in Berlin von einem “zwar kleinen, aber unverzichtbaren Schritt“, um die Finanzierung des Straßenbaus zu verbessern. Der Bund erwartetet Mehreinnahmen von 100 Millionen Euro im Jahr. Zu Forderungen nach einer noch stärkeren Ausdehnung der Lkw- Maut auf weitere Straßen äußerte sich Ramsauer zurückhaltend.
Ramsauer betonte, dass die Mehreinnahmen direkt in Erhalt und Modernisierung von Straßen investiert würden. “Jeder, der jetzt zusätzlich diese Lkw-Maut bezahlt, hat unmittelbar einen Nutzen davon, dass er über bessere Straßen fahren kann.“ Er trat Bedenken entgegen, dass Lastwagen wegen der Maut-Ausweitung auf kostenlose Straßen in kleinere Orte ausweichen könnten.
Zu Rufen von Umwelt- und Verkehrsverbänden, die Lkw-Maut auf das gesamte, knapp 40 000 Kilometer lange Bundesstraßen-Netz oder sogar alle Straßen auszudehnen, sagte der Minister: “Bei der Komplexität und auch bei der technischen Schwierigkeit, mit der wir es hier zu tun haben, bin ich sehr dafür, auf solidem Fundament sich Stück für Stück voranzubewegen.“ Eine Einbeziehung leichterer Lkw in die Maut schloss Ramsauer aus. “Die Gewichtsklasse ab zwölf Tonnen bleibt so.“
dpa









