Drama in Leipzig: Zweijähriger verdurstet neben toter Mutter

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    • 22.06.12
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Drama in Leipzig

Toter Zweijähriger: Starb Mutter den Drogentod? 

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Leipzig - Ein Kleinkind (2) ist in einer Leipziger Wohnung offenbar elendig verdurstet, nachdem seine Mutter gestorben war. Die Frau befand sich in einer Drogentherapie.

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© dapd

Blumen, eine Kerze und Plüschtiere stehen vor der Wohnung, wo eine Frau (26) und ihr Sohn (2) tot aufgefunden wurden.

Er sei allein und hilflos in der Wohnung im bürgerlichen und bei Familien beliebten Stadtteil Gohlis zurückgeblieben und wenige Tage nach dem Tod der 26-Jährigen gestorben, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Hinweise auf ein Verbrechen gibt es bislang nicht. Warum niemand die Frau und ihren kleinen Sohn vermisste oder mögliche Hilferufe des Jungen hörte, ist nicht bekannt.

Ob das Kleinkind tatsächlich verdurstet sei, müssten weitere Untersuchungen ergeben, sagte der Oberstaatsanwalt: „Es gibt bisher keine Anhaltspunkte für ein Verbrechen oder eine Straftat im Zusammenhang mit dem tragischen Tod der Mutter und des Kindes.“

Rettungskräfte und Polizeibeamte hatten die beiden Toten in der Nacht vom Samstag zum Sonntag entdeckt, wie die Polizeidirektion Leipzig aber erst am Donnerstag mitteilte.

Die Leichen sind obduziert worden, die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Ergebnisse der Untersuchung aber als vorläufig. Zu den Todesursachen wollten sich die Ermittler noch nicht endgültig festlegen. Mit Verweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte machte die Staatsanwaltschaft Leipzig keine Angaben zum Vater des Kindes. Die Angehörigen seien informiert worden, sagte Schulz lediglich.

Mutter war drogensüchtig

Die Mutter des Zweijährigen war dem Jugendamt seit ihrem 16. Lebensjahr wegen Drogenmissbrauchs bekannt. Die 26-Jährige sei nach der Geburt des Kindes im April 2010 in eine Mutter-Kind-Einrichtung gezogen und habe danach eine Drogentherapie begonnen, sagte die Chefin des Allgemeinen Sozialen Dienstes Leipzig, Sibyll Radig, am Freitag vor Journalisten. Den letzten Kontakt der Jugendbehörde mit der alleinerziehenden jungen Hartz-IV-Empfängerin habe es allerdings am 10. April gegeben.

„Die Mutter war mit neuem Lebenspartner und Kind bei uns und teilte mit, dass sie wegziehen will. Kind und Mutter machten einen guten Eindruck“, sagte Radig. „Wir können diese Lücke vom 10. April, bis zu dem Tag, an dem es passiert ist, nicht schließen“, sagte Leipzigs Jugendamtsleiter Siegfried Haller. Es müsse nun genau geprüft werden, ob bei den Behörden alle bundesweit geltenden Standards eingehalten wurden. „Wir werden im Nachgang auch die Schnittstellen im Beratungssystem prüfen“, sagte Haller.

dpa

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