Das Team hinter der einst berüchtigten Musiktausch-Börse Napster ist zurück mit einem Videochat-Dienst. Der Clou an Airtime ist, dass man nicht nur mit seinen Facebook-Freunden kommunizieren kann, sondern auch mit Fremden, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden. Die Präsentation des Dienstes am Dienstag in New York, der Stars wie Jim Carrey oder Jessica Alba Glanz verleihen sollten, wurde allerdings von technischen Problemen geplagt. Das Bild fror immer wieder ein und die Verbindung brach ab.
Hinter Airtime stehen Napster-Gründer Shawn Fanning und der milliardenschwere Internet-Investor Sean Parker. Ein Nutzer kann auswählen, ob er mit seinen Facebook-Freunden chatten will - oder sich auf ein Videotelefonat mit einem Fremden einlässt. Die Gesprächspartner werden dann ausgehend aus den im Facebook-Profil vermerkten Interessen eines Nutzers ausgesucht.
Airtime trifft auf einen bereits hart umkämpften Markt. Der von Microsoft gekaufte Videotelefonie-Pionier Skype hat mehrere hundert Millionen Nutzer, Apple setzt auf den hauseigenen Dienst FaceTime, Google richtete in seinem Online-Netzwerk Google+ die sogenannten Hangouts ein, an denen auch mehrere Nutzer teilnehmen können. Auch Facebook, auf dem Airtime aufsetzt, hat einen eigenen Videochat. Dazu gibt es jede Menge kleinerer Konkurrenten.
Parker will das Geld etwa mit Werbeeinblendungen vor Chat-Beginn oder Spezialeffekten wie virtuellen Schnauzbärten verdienen. Das Startup holte sich bisher 25 Millionen Dollar für die Entwicklung. Parker könnte es allerdings auch locker aus eigener Tasche finanzieren. Nachdem die Musikindustrie Napster schließlich schließen konnte, wurde er mit einem guten Gespür für Investitionen in Internet-Unternehmen reich. Allein sein Facebook-Anteil ist auch nach den massiven Kursverlusten mehr als 1,5 Milliarden Dollar wert.
dpa








