Peter Bornhöft aus Hamburg ist 84 Jahre alt und Gründungsmitglied der Trempaner. Seit 38 Jahren kommt er jedes Jahr nach Rotenburg. Heute sitzt er auf einem Stuhl im Werkraum des HKZ-Freizeitzentrums ein Stockwerk unter dem Durstewitzsaal. Der Raum wirkt wie das Atelier eines vielseitigen Künstlers: Kupferdruckarbeiten mit Pferden oder einem Segelflugzeug hängen an einer Wand, gegenüber Tiffany-Schmetterlinge und bunte Seidentücher, davor stehen tönerne Schuhe, Kürbisse und ein Igel.
Bornhöft erinnert sich: Im Jahr 1974 bekam der Elektromeister eine Kur im neuen HKZ in Rotenburg bewilligt und kam mit dem Käfer aus Hamburg. In den langen Pausen zwischen den Anwendungen suchte er das Freizeitzentrum auf.
Was dort geschah und in den weiteren Jahren geschehen sollte, zaubert heute allen Beteiligten einen schwärmerischen Ausdruck ins Gesicht. Denn hier entstanden nicht nur Bilder, Skulpturen und Schmuck, sondern auch eine ganz besondere Atmosphäre.
In jeder sich bietenden Pause werkelten die Patienten im Freizeitzentrum. Immer stand Kaffee auf dem Tisch, und ab und zu klingelte ein Wecker, um einen Patienten an die nächste Anwendung zu erinnern. Bornhöft denkt an Bewegungstherapeutin Christel Fromut: „Die hat gelacht wie ein heller Glockenklang!“
Um die Freunde wieder zu treffen, meldete sich Bornhöft im nächsten Jahr auf eigene Kosten zu einer Kur im HKZ an. Die Tradition entstand: Jedes Jahr zu Himmelfahrt reisten die Trempaner an. Sie wohnten im zwölften Stock des HKZ-Hochhauses und absolvierten ein mehrtägiges Programm mit Ausflügen, Vorträgen und Filmabenden, in diesem Jahr liebevoll ausgearbeitet von den aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern des Freizeitzentrums, Thomas Scheibner, Peter Kreiling, Rosi Scheibner, Helma Göb und Lothar Kolb.
Lothar Kolb, der das Freizeitzentrum 27 Jahre lang leitete und in dieser Zeit so manchen mit seiner Begeisterungsfähigkeit angesteckt hat, denkt zurück an Zeiten, als jährlich 300 Trempaner nach Rotenburg reisten. Viel hat sich verändert: Manche sind gestorben. Die Patienten, die heute im HKZ sind, haben während der Therapie weniger Freizeit. Außerdem, so Kolb, warte auf jedem Zimmer ein Fernsehgerät als Unterhaltung.
Von Achim Meyer



























