Leiterin Sabine Kniese zeigte sich zufrieden mit ihrem Halbtags-Kollegen „Herr Roth war sehr interessiert und offen. Er hat bereitwillig mitgearbeitet und einen guten Kontakt mit den Kindern gehabt.“
Um 7.30 Uhr hatte der Arbeitstag als Erzieher für den Politiker begonnen, der zunächst für die Krippengruppe „Heinzelmännchen“ eingeteilt war. Dort musste er gleich beim allmorgendlichen Begrüßungslied mitsingen. Anschließend stand das zuckerfreie Frühstück an – Roth half beim Brotdosenauspacken und reichte geschnittenes Obst. „Das gemeinsame Essen ist auch ein Ritual und dient nicht nur dem Sattwerden“, erklärte Leiterin Kniese. Nach dem Frühstück hieß es dann natürlich: Aufräumen und Waschen.
Auf dem Spielplatz schubste Roth die Jungen und Mädchen in der Vogelnestschaukel an und ließ sich die restlichen Spielmöglichkeiten zeigen.
Zwei Krippengruppen mit je zwölf Kindern und eine Kindergartengruppe mit bis zu 20 Jungen und Mädchen sind in der Tagesstätte Dippelmühle untergebracht. Neun Erzieherinnen und einige Helferinnen sind dort tätig. „Ein männlicher Erzieher als Ansprechpartner für die Jungs ist immer gerne gesehen“, sagte Sabine Kniese.
„Die Kinder sind sehr neugierig, haben mir Fragen gestellt und mich um Hilfe gebeten, das hatte ich so nicht erwartet“, berichtete Roth, der kurz vor Ende seines Praktikums noch ein Märchen vorlesen durfte; am Morgen hatte ihn eine Geschichte aus der Autowerkstatt erwischt, „das war nicht so mein Thema.“
Die politische Sommerpause nutzt Roth traditionell, um verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen. Das Thema Kindergarten ist laut Roth aber natürlich auch immer wieder mal ein Politikum, zum Beispiel wenn es um das Betreuungsgeld geht. „Die Kita zwischen Erziehung und Bildung ist ein wichtiger Ort außerhalb der Familie“, so Roth, wobei in Bad Hersfeld mit den kostenfreien Krippenplätzen noch paradiesische Zustände herrschten. An der Dippelmühle beeindruckte ihn vor allem das generationenübergreifende Konzept.
Von Nadine Maaz
























