Mehr als nur eine Geste
Das kam an und war mehr als nur eine Geste. Es war ein musikalisches Gastgeschenk, das unter die Haut ging. Zuvor hatten die jungen Waldhessen einen Querschnitt ihres umfangreichen Liedrepertoires gezeigt und dabei festgestellt, dass sie auch ohne Heimbonus mit ihrer faszinierenden Mischung aus Popsongs und internationaler Volksmusik das Publikum begeistern können.
Weitere Konzerte fanden in der Blauen Lagune (die HZ berichtete), Schulen und im Opernhaus von Reykjavik als einer der Höhepunkte statt. Auf Einladung des Jugendblasorchesters Skólahljómsveit Grafarvogs hatten die 70 Sängerinnen und Sänger von Ulli Meiß vor zwei Wochen ihre Koffer gepackt und waren ins Nordpolarmeer aufgebrochen.
Die Unterbringung erfolgte in Gastfamilien und Jugendherbergen, um möglichst viele persönliche Begegnungen zwischen den Jugendlichen beider Länder zu ermöglichen. Neben vielen interessanten Einblicken in die isländische Lebensart präsentierten sich ihnen atemberaubende Landschaftseindrücke, die unvergessen bleiben werden.
Zum Beispiel der gigantische Gullfoss-Wasserfall, die aus dem Erdinneren sprudelnden heißen Geysire, Eisberge zum Anfassen und bis ins Meer hineinragende Gletscherzungen. Fast ehrfürchtig blickten die Schülerinnen und Schüler auf den zur Zeit schlafenden Eyjafjallajökull-Vulkan, der erst vor zwei Jahren fast den gesamten europäischen Flugverkehr lahmgelegt hatte – Geologielehrstunden an Originalschauplätzen. Die Verlängerung von Schulunterricht in die Wirklichkeit hinaus ist gelungen und das Reisetagebuch der Jugendlichen um viele nichtalltägliche Erfahrungen reicher.
Hilfe vom Goethe-Institut
Einmal mehr hatte das deutsche Goethe-Institut die herausragende musikalische Leistung der Jugendlichen als besonders förderungswürdig eingestuft und diese auf die weite Reise geschickt, um als Repräsentant deutscher Kultur im Ausland tätig sein zu dürfen. Eine Reise, die im Übrigen auch in der bundesrepublikanischen Schullandschaft wie so vieles, was die Obersberger musikalisch anzubieten haben, einmalig ist.
Von Martin Gellert
























