Oberstes Ziel bei der Übernahme der Vitalisklinik sei es daher gewesen, deren fachliches Profil zu schärfen und in Randbereichen auszuweiten. Weil das Haus in Sachen Adipositas (Fettleibigkeit) bereits führend gewesen sei, habe man sich nun auch auf Nebenerkrankungen wie etwa Diabetes spezialisiert und ist auch dafür inzwischen eine Fachklinik. Auch das psychosomatische Profil, etwa im Bereich der Schmerztherapie, konnte erweitert werden. Zudem bietet die Klinik spezielle Konzepte zur Kinderbetreuung an, weil viele Patienten Alleinerziehende sind. „All das wird stark nachgefragt“, freut sich Keymling über die steigende Zahl der Zuweisungen.
Die Klinik habe inzwischen Alleinstellungsmerkmale erworben und medizinische Netzwerke aufgebaut. Vor diesem Hintergrund sei es für die Klinik wichtig, Belegbetten anzubieten, um auch Akutkranke vor Ort behandeln zu können, die bislang ins Klinikum verlegt werden. Dies müsse natürlich in enger Abstimmung mit dem Klinikum erfolgen. „Von der Prophylaxe bis zur Reha haben wir das komplette Angebot vor Ort und können auch frisch-operierte Patienten aufnehmen, die anderswo abgelehnt werden.“ Ziel sei daher, beide Häuser zu einem viszeral-medizinischen Zentrum auszubauen. (Viszeral = Eingeweide).
Kein Geschmäckle
Keymling verteidigte die Entscheidung, Ärzten aus dem benachbarten St. Elisabeth-Krankenhaus, das geschlossen werden soll, Belegbetten in der Vitalisklinik angeboten zu haben. Dazu habe man mit allen ehemaligen Belegärzten des Elisabeth-Krankenhauses gesprochen, wobei Operateure nicht ins Konzept der Vitalisklinik passten. Die Hinzunahme von Belegbetten sei vom Krankenversicherer genehmigt und werde streng „von Tisch und Bett getrennt“.
Vor allem Dr. Thomas Handke passe als Diabetologe hundertprozentig ins Konzept. „Das hat kein Geschmäckle“, sagte Keymling und wies damit den von einigen Parlamentariern erhobenen Vorwurf, Handke werde als SPD-Stadtverordneter bevorzugt, zurück.
Von Kai A. Struthoff
























