UMTS-Sendemast sorgt für Ärger - Heinebacher Anwohner besorgt - Bürgermeister: Breitbandversorgung sehr wichtig

Heinebacher Anwohner besorgt - Bürgermeister: Breitbandversorgung sehr wichtig

UMTS-Sendemast sorgt für Ärger

022.03.1022.03.10|Rotenburg|
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Heinebach. Ärger in Heinebach: Ein in der vergangenen Woche im Ortskern installierter UMTS-Sendemast der Firma Vodafone hat Proteste der Bürger ausgelöst.

Die Anwohnerin Christina Merkel sagte, es gebe große gesundheitliche Bedenken gegenüber diesem Sendemast. In dem betroffenen Gebiet "wohnen überdurchschnittlich viele kleine Kinder". Im Zusammenhang mit gesundheitlichen Bedenken nannte sie unter anderem Schlafstörungen, Unruhe-Zustände und Krebsrisiken. Installiert wurde die Funkanlage auf dem Dach eines Gewerbeunternehmens an der Nürnberger Straße/Auf dem Flachsbeet. Der Eigentümer des Gebäudes, "der außerhalb des kritischen Gebietes um den Sendemast herum" wohne, habe "seine unmittalbaren Nachbarn" nicht informiert, kritisiert Christina Merkel.

Es gebe eine Selbstverpflichtung, wonach solche Sendemasten nicht in der Nähe von Schulen und Kindergärten stehen sollen, sagt Christina Merkel: "Warum dann in Wohngebieten?" Der Gemeindevorstand, so die Kritik der Heinebacherin, "erteilte eine Baugenehmigung, ohne angrenzende Anwohner zu informieren oder um ihre Meinung zu fragen. Gegenstimmen im Gemeindevorstand, die wenigstens eine Information der Anwohner forderten, wurden ignoriert und überstimmt."

"Das stimmt ganz einfach nicht", sagte Bürgermeister Georg Lüdtke auf Anfrage. Kritische Anmerkungen könne er verstehen. Es gehe aber auch um die Attraktivität des Gewerbe- und Wohnstandortes Alheim. Und dazu gehöre auch eine gute Breitbandversorgung. Christina Merkel kenne alle Bescheide und Genehmigungen der Bundesnetzagentur, die der Gemeindevorstand seiner Entscheidung zugrunde gelegt habe. Seit 2007 beschäftige sich die Gemeinde Alheim intensiv mit der Verbesserung des Breitband-Angebotes, sagt Lüdtke. Es habe "intensive Beschwerden" von Bürgern, Gewerbebetrieben und Arztpraxen über die schlechte Breitbandversorgung gegeben.

2007 hätten die Gemeindevertreter das Bundeswirtschaftsministerium und die Landesregierung - auch wegen deren Initiative "Mehr Breitband für Hessen" - aufgefordert, für Alheim "kurzfristig leistungsfähige, moderne Breitbandanschlüsse verfügbar zu machen, um die Wettbewerbsnachteile für die Al-heimer Wirtschaftsbetriebe zu beenden". Eine Umfrage bei allen Bürgern habe die "äußerst schlechte Versorgung" bestätigt, erklärt Lüdtke. Vor allem in Heinebach gebe es Probleme - auch wegen der gespaltenen Vorwahlen (Rotenburg und Morschen). Die Gemeinde habe mehrere Versorger angesprochen, die sich in Baumbach und in Heinebach in Bürger-Informationsveranstaltungen präsentiert hätten. Vodafone habe klar und deutlich erklärt, wie eine bessere Versorgung kurzfristig umgesetzt werden könne. Ihm sei klar, sagt Lüdtke, "dass die Diskussion zum Thema Elektrosmog immer emotional aufgeheizt und wenig sachlich geführt wird".

Ich weiß, dass eine bessere Versorgung seit Jahren gefordert wird, sagt Norbert Viereck, Inhaber der gleichnamigen Firma, auf deren Dach der Sendemast steht. Die Anlage sollte möglichst in Ortsnähe stehen, um keine unnötige Leistung der Internet-Nutzer erforderlich zu machen. „Bedenken und Vorwürfe der Nachbarn kann ich nicht nachvollziehen“, sagt der Unternehmer: „Ich habe selbst fünf Kinder.“ Wenn er nur einen Verdacht hätte, dass dieser Sendemast schädlicher wäre als zum Beispiel ein Handy, hätte er der Montage nie zugestimmt. Viereck verweist - wie auch Bürgermeister Lüdtke - auf die Messungen nach den Richtlinien der Bundesnetzagentur. Viereck: „Selbst bei 100-prozentiger Leistung ist dieser Wert mit einer mehrfachen Sicherheit berechnet, bevor überhaupt Beeinträchtigungen für Menschen messbar wären.“ Viereck hat, wie er erläutert, sein Büro direkt unter der Antenne: „Ich bin bestrebt, für meine eigene Gesundheit ausreichend Vorsorge zu tragen. Ich setze mir doch keine Anlage aufs Dach, die zuallererst meine Gesundheit gefährden würde.“ Der größere Schutz für unsere Kinder wäre, so betont Viereck, ihnen ein Handy so spät wie nur möglich auf Dauer zur Verfügung zu stellen.“

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA Online

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