Hersfeld-Rotenburg. Wäre das Bad Hersfelder Logistikunternehmen EM-LOG nicht aus heiterem Himmel in Zahlungsschwierigkeiten geraten (siehe unten), dann hätte Amtsgerichtsdirektor Hermann Eimer bei der Vorlage der Insolvenzbilanz 2011 uneingeschränkt von einem „erfreulich positiven Verlauf“ gesprochen.
Zwar trübt der vorgestern gestellte Insolvenzantrag von EM-LOG nicht die Statistik des vergangenen Jahres, wohl aber den Trend zum Besseren, der sich seit dem Sommer 2011 abzeichnete.
Hatte der Direktor des Amtsgerichts die Situation der Wirtschaft im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nach vier Insolvenzen größerer Betriebe im ersten Halbjahr 2011 noch mit Sorge betrachtet, so schien die Krise in der zweiten Jahreshälfte endgültig überwunden. Mit nur 57 eröffneten Insolvenzverfahren fiel die Bilanz für das ganze Jahr sogar noch etwas günstiger aus als die des Jahres 2010.
Für diese Einschätzung des Amtsgerichtsdirektors spricht auch der Umstand, dass für zwei der vier größeren von Insolvenz betroffenen Unternehmen eine Betriebsfortführung erreicht werden konnte.
Die Insolvenzabteilung am Bad Hersfelder Amtsgericht war auch schon vor der Schließung des Gerichts in Rotenburg zum Jahresende 2011 für den gesamten Landkreis zuständig.
Bad Hersfeld. Das Bad Hersfelder Logistikunternehmen EM-LOG GmbH Europalogistik und die Schwestergesellschaft MSF Malkomes Systemtransporte und Frachtvermittlungs GmbH haben am Donnerstag beim örtlichen Amtsgericht Insolvenzanträge gestellt.
Wie der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Kai Dellit (Erfurt) auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, rollen die EM-LOG-Laster jedoch weiter. Über Nacht wurde zunächst ein Controlling installiert und damit die Betriebsfortführung in die Wege geleitet. Im Folgenden will sich Dellit einen Überblick über die Lage des in finanzielle Nöte geratenen Unternehmens verschaffen. Nach Angaben der bisherigen Geschäftsführung sind in beiden Firmen 250 Mitarbeiter beschäftigt. (ks)
Quelle: HNA Online


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