Bebra. Gentechnisch verändertes Saatgut lehnt man in Bebra ab. Einstimmig fiel der Beschluss im Parlament. Auf den Flächen, die sich im Eigentum der Stadt befinden, ist verändertes Saatgut nicht mehr zugelassen, Pachtverträge sollen entsprechend angepasst werden. Auch alle anderen werden aufgefordert, auf ihren Flächen auf gentechnisch verändertes Saatgut zu verzichten.

Liane Ursprung-Hollstein
Ein Aktionsbündnis aus Bauern, Imkern, Verbrauchern und Gastronomen, darunter die Kommunität Imshausen, hatte angeregt, Bebra möge sich den gentechnikfreien Regionen anschließen und den Anbau dieser Pflanzen als unerwünscht einstufen. Der Antrag des Aktionsbündnisses war von über 50 Menschen unterschrieben worden.
Es gebe keine Langzeituntersuchungen, die die Unbedenklichkeit nachweisen, hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Gerhard Schneider-Rose erklärt. Das Risiko sei enorm groß, dass die natürliche Umwelt unumkehrbar geschädigt werde, heißt es in dem Beschluss, der auf einen Änderungsantrag der SPD-Fraktion zurückgeht.
Sich symbolisch zur gentechnikfreien Stadt zu erklären, lehnten die Parlamentarier nach längerer Diskussion ab. Der Beschluss betrifft etwa 34 Hektar Ackerland und 75 Hektar Grünland, erklärte Bürgermeister Horst Groß in der von Herbert Börner geleiteten Stadtverordnetenversammlung.
Ursprung-Holstein erläuterte die Prinzipen der „guten landwirtschaftlichen Praxis“, nach der die Landwirte arbeiten, kontrolliert von der Kreisverwaltung bis hin zur EU. Man mache nun den Bebraer Landwirten zusätzliche Auflagen, die keiner überprüfen könne. Landwirte hätten unter derzeitigen Bedingungen gar kein Interesse, gentechnisch verändertes Saatgut anzubauen, weil das die rechtliche Lage, sprich die Haftungslage, gar nicht zulasse. Sie sehe zurzeit keinen Nutzen für die Landwirte in der Gentechnik, vielmehr ein Risiko aufgrund der Abhängigkeit von wenigen Agro-Konzernen. Ein Beschluss schaffe noch keine gentechnikfreie Region, aber aus landwirtschaftlicher Sicht sei man gentechnikfrei – mit oder ohne Beschluss, betonte Ursprung-Holstein.
Das Thema Klärschlamm-Ausbringung hatte Klaus Reifschneider (FWG) in diesem Zusammenhang ins Spiel gebracht. Seine Vorschläge, unter anderem auch ein Verbot der Klärschlammausbringung, wurden aber abgelehnt. (ank)
Quelle: HNA Online


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