Hersfeld-Rotenburg. Ob es im Wald von Ludwigsau nun schützenswerte Schwarzstörche oder nur schwarz-lackierte Fischreiher gibt, wie der FWG-Abgeordnete Dr. Kurt Schreiner – freilich nicht ganz ernst gemeint – unterstellte, konnte der Kreistag nicht abschließend klären. Dennoch wurde engagiert über einen Antrag Schreiners debattiert, der heftige Kritik am Vorgehen des Regierungspräsidiums (RP) in Sachen Trassenverlauf der 380-KV-Leitung übte.
„Die Bevölkerung soll mit ‘kann-Bestimmungen’ ruhig gestellt werden, und die Behörden gehen rücksichtslos gegen die Interessen der Bevölkerung vor“, wetterte Schreiner. Seine Kritik entzündete sich am Umgang des RP, der die von Ludwigsau favorisierte alternative Wald-Tangente nicht geprüft habe (wir berichteten).
Unzufrieden mit dem Verfahren zeigte sich CDU-Fraktionschef Herbert Höttl. Trotz aller Anhörungen sei man keinen Schritt weiter gekommen. Auch er verlangte, dass alle Trassenvorschläge geprüft werden müssen, betonte aber, dass der Kreistag selbst keine Einflussmöglichkeiten habe.
Sein Parteifreund Walter Glänzer, Bürgermeister der ebenfalls tangierten Gemeinde Neuenstein: „Wir werden alles versuchen, um unsere Vorschläge umzusetzen“, kündigte er an. Das Schutzgut Mensch müsse mit dem der Natur gleichgestellt werden. Dies sei das legitime Recht der Gemeinde Ludwigsau.
Antragssteller Schreiner will sich mit den Aussagen des RP nicht zufrieden geben. „Ludwigsaus Vorschläge müssen geprüft werden“, fordert er. Die Trassenbetreiber von TenneT wollten Geld verdienen und richteten ihre Planungen ganz daran aus, kritisierte er. Einstimmig wurde Schreiners Antrag auf SPD-Vorschlag an den zuständigen Ausschuss des Kreistages überwiesen. (kai)



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