Friedlos. Das Jahr ist noch jung, und bei der Europäischen Union ist unklar, wie finanziell und strukturell der Hase laufen soll. Nur einen vagen Blick auf die EU-Agrarpolitik warf deshalb der Europaabgeordnete Dr. Peter Jahr aus Chemnitz vor den Ortslandwirten aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg und den Mitgliedern des Gebietsagrarausschusses.

Plan mit sieben Siegeln: Dr. Peter Jahr erklärte den Ortslandwirten im Friedloser Bürgerhaus die Risiken und Chancen der neuen Agrarpolitik bis 2019. Foto: Hornickel
„Agrarpolitik ist schwer zu erklären“, räumte Peter Jahr ein, der studierter Landwirt ist, einen eigenen Betrieb hat und seit 1990 in der Politik ist.
Da es noch keine verlässlichen Beschlüsse gebe, sondern nur Absichtserklärungen des rumänischen EU-Kommissars, prophezeite Peter Jahr, dass notfalls alles beim Alten bleiben werde.
Die beiden Säulen, auf denen die Agrarförderung ruht, bleiben erhalten, berichtete Peter Jahr im Friedloser Bürgerhaus. Da er selbst vor seiner Zeit als Mitglied des Europaparlaments Bundestags- und Landtagsabgeordneter war, vermied er es tunlichst, Krisenszenarien zu entwickeln.
Das müsse sich in einem Abbau der Bürokratie niederschlagen. Es sei jedoch absehbar, dass die Landwirte noch mehr Zeit am Schreibtisch zubringen müssten und die Landwirtschaftsverwaltung mehr Personal abstellen müsse, um der Flut der Vorschriften Herr zu werden, stimmte auch Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zu. Die Kreisverwaltung stützt sich bei fachlichen Fragen auf den Rat der Ortslandwirte, die die Ombudsmänner ihrer Berufskollegen sind.
Kreislandwirt Horst Taube wies darauf hin, dass die Landwirte, die Futterpflanzen anbauen, im vergangenen Jahr bessere Erlöse erzielt hätten, demgegenüber sei in erschreckendem Ausmaß die Tierhaltung zurückgegangen.
Speziell die Sauenmäster und Ferkelzüchter hätten angesichts der mageren Preise und der überzogenen Vorschriften aufgegeben. Taube kritisierte den anhaltenden Flächenverbrauch zum Nachteil der Landwirtschaft. Bei der Suche nach bezahlbarem Ersatzgelände schauten die Landwirte oft in die Röhre. Die Greenings-Pläne der EU, weitere Äcker und Felder aus der Nutzung herauszuziehen, seien unverantwortlich.
„In Afrika herrscht die dritte Dürre in Folge. Und bei uns wird mit den Flächen geaast“, schimpfte Taube. Er stellte die Frage in den Raum: „Sollten wir irgendwann auch hungern?“
Von Kurt Hornickel



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