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Die Gebietsreform sorgte vor 40 Jahren für erheblichen Unmut in Buchenau

Lieber nach Hersfeld

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Eiterfeld Die Gebietsreform. Vor 40 Jahren hat sie für viel Unruhe in Osthessen gesorgt – auch in Eiterfeld. Dort gründete sich aus Protest sogar eine politische Gruppierung – die „Bürgervereinigung aller Ortsteile“.

Eine Todesanzeige schalteten empörte Eiterfelder, um damit gegen das Ende des Landkreises Hünfeld zu protestieren

An ihrer Spitze: Der Altapotheker Eberhard Wolfschlag. Damals wetterte er heftig über die Willkür der Politik. Heute kann er über die von ihm damals geschaltete „Todesanzeige“ für den Altkreis Hünfeld lachen. Anders als viele Buchenauer: Für sie war es unvorstellbar, zum Kreis Fulda zu gehören. An dieser Meinung hat sich bei einigen wenig geändert.

Am Mittwoch, 12. Januar 1972, ist wider Erwarten, durch eines Landrats eigensinnige Meinung und durch Mehrheitsbeschlüsse des Hünfelder Kreises, der Kreis Hünfeld im blühenden Alter von 150 Jahren nach kurzer, heimtückischer Krankheit gestorben … worden“. Diese Worte konnte man in der Hünfelder Zeitung lesen, nachdem einige Tage zuvor beschlossen worden war, Eiterfeld und somit auch Buchenau mit der Gebietsreform dem Landkreis Fulda zuzuschlagen.

Zwangseingewiesen

Vom heftigen Unmut der Buchenauer über die geplante Zuordnung zum Landkreis Hünfeld im Rahmen der Gebietsreform vor 40 Jahren zeugen diese Protestplakate. Bis heute sind viele Buchenauer nicht glücklich über die damalige Entscheidung. Fotos: Karl-Heinz Burkhardt

Eiterfelds Altapotheker Wolfschlag hatte die Anzeige damals aufgesetzt. „Wir haben es empfunden, als seien wir ,zwangseingewiesen‘ worden“, erinnert er sich. Vor 40 Jahren war Wolfschlag 45 Jahre alt und teilte die Meinung einiger Eiterfelder, die sich eher dem Kreis Hersfeld-Rotenburg zugehörig fühlten. Doch in der Demokratie muss man sich der Mehrheit beugen: „Der Großteil der Eiterfelder Bürger wollte damals lieber zum Landkreis Fulda gehören“, erinnert sich Winfried Plappert.
Zu Zeiten der Gebietsreform war er Eiterfelds Bürgermeister. „Wir haben in der Angelegenheit den Willen der Bürger unterstützt, und die Tendenz der Eiterfelder ging ganz klar nach Fulda und nicht nach Hersfeld“, erklärt der 76-Jährige. Er weiß aber auch, dass der Ortsteil Buchenau lieber zu Hersfeld gehören wollte. „Aber Buchenau ist nunmal ein Teil von Eiterfeld.“ Für die gefühlte Zugehörigkeit zu Fulda oder Hersfeld hatte neben der Lage der Orte auch die Religion eine große Rolle gespielt.

Nur Nachteile durch Reform

„Bad Hersfeld ist im Gegensatz zu Fulda eher evangelisch geprägt. Das war für die Zuordnung wichtig und auch ein Grund, warum Buchenau nicht unbedingt zu Fulda gehören wollte“, erklärt Gertrud Kraut. Die 80-Jährige lebt mit ihrem Mann Adam in Buchenau und sagt, dass die Gebietsreform für sie nur Nachteile mit sich gebracht habe: „Wir leben ungefähr zehn Kilometer von Bad Hersfeld entfernt. Die Entfernung nach Fulda beträgt fast das Dreifache. Man könnte mich nach Frankfurt schicken und ich würde mich besser auskennen als in Fulda!“ Das ganze Leben der Buchenauer sei auf Bad Hersfeld ausgerichtet: Einkauf, Arbeit, Behördengänge.

Klar, einkaufen und arbeiten können die Buchenauer auch heute noch in ihrer favorisierten Stadt. Doch für einige Behördengänge, die sie früher in Hünfeld haben erledigen können, müssen sie heute den weiten Weg nach Fulda bewältigen.

Von Suria Reiche

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