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Unterricht an der Fachschule für Sozialpädagogik mit Alltagsmaterialien

Zum Wegwerfen zu schade

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Heimboldshausen. Spielsachen müssen nicht teuer sein. Das erfahren zurzeit die Studierenden an der Fachschule für Sozialpädagogik in Heimboldshausen. Im Unterricht lernen sie, dass beispielsweise alte Nylonstrumpfhosen, Metallkleiderbügel, Toilettenpapierrollen, Zeitungen und Obstkartons nicht in den Müll gehören.

Ganz einfach: Für dieses Geschicklichkeitsspiel werden nur eine Schnur, Wäscheklammern und Klopapierrollen benötigt. Fotos: Reymond

Ganz einfach: Für dieses Geschicklichkeitsspiel werden nur eine Schnur, Wäscheklammern und Klopapierrollen benötigt. Fotos: Reymond

Aus einem aufgebogenen Bügel, überzogen mit einer Strumpfhose, wird ein Tischtennisschläger. Bananenkisten eignen sich zum Turmbau ebenso wie zu rasanten Staffelläufen. Schaumstoffteile, Papierrollen und Kartons werden zur Murmelbahn und Papiertüten zu Basketballkörben umfunktioniert. Ihre Erfahrungen können die Studierenden später beruflich gezielt einsetzen, beispielsweise in einem Kindergarten.

„Viele Kinder haben heute viel zu viele Spielsachen und wissen gar nicht mehr, was sie zuerst benutzen sollen. Spiel- und Bewegungsangebote mit Alltagsmaterial regen die Fantasie und Kreativität der Kinder wieder an und fordern zu vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten heraus, sie sind kostenlos und überall vorhanden“, erklärt Lehrerin Claudia Fink.

Das Arbeiten mit solchen Alltagsmaterialien soll die Studierenden für einen schonenden und sinnvollen Umgang mit Ressourcen sensibilisieren. Es ist ein Baustein in Sachen „Bildung für Nachhaltigkeit“.

Derzeit besuchen 44 Studierende die seit 2010 existierende Fachschule für Sozialpädagogik in Heimboldshausen, eine Außenstelle der Beruflichen Schulen am Obersberg in Bad Hersfeld.

„Uns gefällt es hier, weil wir wohnortnah und im persönlichen Lehrer-Schüler Kontakt lernen“, sagt Jörg Ruppel, Studierender aus Konrode.

Die Fachschule biete individuelle Betreuung der Lernenden und eine sehr persönliche Atmosphäre, die sich deutlich von der Anonymität großer Schulen unterscheide, führt Finke aus.

Erlebnispädagogik

Zu Ausbildungsbeginn findet eine mehrtägige Exkursion mit natur- und erlebnispädagogischem Schwerpunkt statt. Im zweiten Ausbildungsjahr werden unterschiedliche Projekte erarbeitet, die die Studierenden weitgehend selbständig ausführen und präsentieren.

Außerdem besteht die Möglichkeit, während der Ausbildung das Zertifikat „Papilio“ zu erwerben. Es befähigt die Studierenden, gezielte Angebote zur Sucht- und Gewaltprävention in vorschulischen Einrichtungen anzuleiten.

Im Frühjahr stehen für den ersten Ausbildungsjahrgang bereits die Abschlussprüfungen an. Es folgt dann das Anerkennungsjahr. Verschiedene Berufsfelder, wie Jugendarbeit und Arbeit in Behinderteneinrichtungen, stehen den Studierenden offen. Der Bedarf an Fachkräften ist im sozialen Bereich, besonders in Kindergärten und Kinderkrippen, derzeit sehr groß. „Die künftigen Erzieher haben ausgesprochen gute Berufschancen, auch in unserer Region“, ist sich Finke sicher.

Bewerbungsschluss für das Schuljahr 2012/2013 – Beginn nach den Sommerferien – ist der 15. Februar.

Kontakt: Simone Gläser, Abteilungsleiterin Sozialwesen, dienstags und donnerstags unter Telefon: 06620/222 oder per mail: s.glaeser@bso-hef

Informationstag

Von Mario Reymond

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