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Wochenendporträt: Chris Herbart ist hessischer Meister der Waldarbeiter

Mit Sicherheit an der Säge

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Bad Hersfeld. Chris Herbart aus Hillartshausen setzt bei allem was er macht auf Sicherheit. Und das ist auch gut so. Der 21-Jährige ist im 2. Lehrjahr, und er will Forstwirt werden. Da muss er fast täglich mit seiner Stihl-Kettensäge arbeiten. Dass er das kann, hat er zuletzt bei den Hessischen Waldarbeitermeisterschaften bewiesen. Dort gewann der Azubi des Forstamts Hersfeld bei der U 24 den Titel.

Kontakt: Vor dem Durchtrennen des sogenannten Haltebands legt Forstwirt-Azubi Chris Herbart die genaue Fallrichtung der Buche fest. Foto: Reymond

Kontakt: Vor dem Durchtrennen des sogenannten Haltebands legt Forstwirt-Azubi Chris Herbart die genaue Fallrichtung der Buche fest. Foto: Reymond

Insgesamt fünf Disziplinen galt es dabei für ihn zu bewältigen. In der Königdisziplin, dem punktgenauen Fällen einer 15 Meter hohen Fichte, legte er den Grundstein für den späteren Titelgewinn. Dabei sollte der fallende Stamm einen in den Boden gesteckten Pfahl treffen. Und Herbart arbeitet fast zielgenau. Doch dieser Wettkampf war mehr als nur ein sportliches Kräftemessen zwischen Waldarbeitern.

Flott und vorsichtig

„Bei all den Disziplinen musste natürlich auch an die Arbeitssicherheit gedacht werden. Wer nur schnell seine Übungen beende will, hat ganz schlechte Karten. Auch bei diesen Vergleichen steht die Gesundheit immer an oberster Stelle“, weiß Herbarts Ausbilder Stefan Heußner aus Allmershausen zu berichten. Für jeden technischen Fehler gibt es nämlich Minuspunkte.

So darf die Säge beispielsweise im Betrieb nicht herumgetragen werden. „Ein Sturz könnte dann schlimme Folgen haben. Und alleine im Forst wird es dann ganz gefährlich“, berichtet Forstwirtschaftsmeister Heußner.

Obwohl Herbart zunächst nur aus purem Spaß an den Waldmeisterschaften im Spätsommer vergangenen Jahres teilgenommen hat, will er es jetzt wissen. „Ich nehme sicherlich an der nächsten Deutschen Meisterschaft teil“, erklärt er.

Kette auf Zeit wechseln

Dabei kommt ihm dann sicherlich die tägliche Arbeit im Forst zugute. Denn beim Wettkampf muss er auch wieder die Kette an seiner Säge auf Zeit wechseln. Doch bei allem Zeitdruck ist immer Vorsicht geboten.

Verletzt er sich dabei an der Hand, gibt es Abzüge. Und natürlich müssen mit dieser Säge sogleich der Präzisions- und der Kombischnitt gemacht werden.

Beim Präzisionsschnitt gilt es, von einem Stamm eine zwischen drei und acht Zentimeter breite Scheibe abzutrennen. Der Schnitt muss je zur Hälfte von oben und unten gemacht werden. Der Versatz wird mit Abzügen bestraft. Und beim Kombischnitt müssen diagonal zueinander ausgerichtete Stämme im Winkel von 90 Grad durchtrennt werden – jedes Grad Abweichung bedeutet Fehlerpunkte.

Zu guter Letzt muss ein auf einer Platte liegender Stamm angeschnitten werden, ohne den Tisch zu beschädigen. Zur Erschwernis wird auf dem Tisch noch eine drei Zentimeter hohe Sägemehlschicht aufgetragen – und ein mit Besenstielen gespickter Stamm muss entastet werden. Auch dabei sollte nicht in den Stamm geschnitten werden.

Für den auf Sicherheit bedachten Chris Herbart kein Problem. Denn auch bei seinem Hobby Feuerwehr kommt es darauf an, in brenzligen Situationen immer kühlen Kopf zu bewahren. Wahrscheinlich ist er deshalb schon mit 21 Jahren Wehrführer in seinem Heimatort.

Von Mario Reymond

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