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Schenklengsfeld. Blitzschnell kombinieren und verschiedene Varianten schnellstmöglich im Kopf durchrechnen, das sind die Stärken des passionierten Schachspielers Jens Trabert. Und diese Fähigkeiten kommen dem 33-jährigen Schenklengsfelder auch im Berufsleben zugute.

Das ist seine Welt: Jens Trabert ist seit Jahresbeginn der neue Büroleiter im Schenklengsfelder Rathaus. Er führt das Haupt- und Ordnungsamt sowie die Kämmerei. Dabei sind Aktenordner und Verordnungen seine täglichen Begleiter. Foto: Reymond
Seit Anfang des Jahres ist er offiziell Büroleiter der Gemeinde Schenklengsfeld. Kommissarisch hatte er die Leitung des Haupt- und Ordnungsamtes sowie der Kämmerei bereits am 1. Juni des vergangenen Jahres übernommen. Das war notwendig, nachdem Traberts Vorgänger nach nur neun Monaten Schenklengsfeld für eine besser dotierte Stelle wieder den Rücken kehrte.
Das wird der Gemeinde mit Jens Trabert sicher nicht noch einmal passieren. Zu bodenständig ist der 33-Jährige, der jeden Tag mit dem Mountainbike ins Rathaus fährt. „Ich habe Schenklengsfeld eigentlich nie verlassen. Ich bin hier in den Kindergarten und die Schule gegangen und habe nach der Mittleren Reife meine Ausbildung zum Fachangestellten für Bürokommunikation bei der Gemeinde begonnen“, erzählt der neue Büroleiter. Das war am 1. September 1996. „Die Arbeit in der Verwaltung war und ist ein Traumberuf“, erklärt Trabert.
Nach seiner Ausbildung absolvierte er drei Fortbildungslehrgänge. Doch nicht nur das. Von August 2002 bis Mai 2005 machte er neben seiner Arbeit im Büro auch noch den Verwaltungsfachwirt. Dafür musste er an der hessischen Verwaltungsschule in Fulda 800 Stunden lang die Schulbank drücken. Und von August 2010 bis Mai 2011 saß Jens Trabert dann noch einmal für insgesamt 360 Stunden in der Kasseler Verwaltungsschule. Sein Abschluss dort: Verwaltungsbetriebswirt.
Seine umgängliche Art und nicht zuletzt seine Qualifikation dürften den Ausschlag gegeben haben, dass der Gemeindevorstand nach dem Bewerbungsschluss am 31. Oktober 2011 in ihm den richtigen Mann für die Büroleitung gesehen hat.
Letztlich ist auch Jens Trabert froh darüber, dass es so gekommen ist. „Wenn sich der Vorstand gegen mich entschieden hätte, wäre ich meiner Heimatgemeinde vielleicht doch irgendwann einmal untreu geworden. Schließlich setzt man sich als erwachsener Mann nicht nur aus Freude am Beruf noch einmal in die Schule. Natürlich verfolgt man damit auch ein Ziel“.
Und dieses Ziel hat Jens Trabert jetzt erreicht. Besonders stolz ist er darauf, dass er sich seinen beruflichen Erfolg selbst hart erarbeitet hat. „Ich habe immer großen Wert darauf gelegt, meinen Job neutral auszuüben. Ich habe nie ein Parteibuch besessen und werde auch nie in irgendeine Partei eintreten. Auch wenn so etwas hin und wieder Vorteile mit sich bringen würde“.
Stattdessen konzentriert er sich weiter auf seine Arbeit. Davon gibt es reichlich. Zurzeit wird im Rathaus der Haushalt für 2012 aufgestellt. Er soll den Parlamentariern am 23. Februar präsentiert werden. Einen Monat später, am 29. März, wird er dann aller Voraussicht nach verabschiedet.
Und dann ist da noch die gesplittete Abwassergebühr für Schenklengsfeld. Sie soll zum 30. Juni – mit Wirkung zum 1. Januar dieses Jahres – eingeführt werden. Dann wird neben dem eigentlichen Schmutzwasser auch berechnet, wie viel Regenwasser von den einzelnen Grundstücken in den Kanal fließt. Dafür werden derzeit die voll- und teilversiegelten Flächen in der Großgemeinde herausgearbeitet und die Berechnungen vorgenommen.
Da ist sie im Rathaus wieder gefragt, die Rechenkunst des neuen Büroleiters.
Von Mario Reymond
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