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Hans Ries: Schnelles Internet ist für das Überleben des ländlichen Raums notwendig

Glasfaser muss in die Erde

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Heringen/Philippsthal. Einen schnellen Internetzugang hält Heringens Bürgermeister Hans Ries für notwendig, damit Kommunen künftig eine Überlebenschance haben. Bestes Beispiel dafür sei die Marktgemeinde Philippsthal, die jetzt das seit 25 Jahren vorhandene Glasfasernetz des Kabelfernsehbetreibers Unitymedia mitnutzt.

Nichts drin: Da es in Heringen aktuell viele Straßenbauprojekte gibt, werden dort bereits Leerrohre für ein mögliches Glasfasernetz mitverlegt. Ob und wann die Leitungen jedoch eingezogen werden, weiß niemand. Die bürokratischen Hürden für Bürgermeister Hans Ries (rechts) und seine politischen Mitstreiter sind hoch. Archivfoto: Reymond

Nichts drin: Da es in Heringen aktuell viele Straßenbauprojekte gibt, werden dort bereits Leerrohre für ein mögliches Glasfasernetz mitverlegt. Ob und wann die Leitungen jedoch eingezogen werden, weiß niemand. Die bürokratischen Hürden für Bürgermeister Hans Ries (rechts) und seine politischen Mitstreiter sind hoch. Archivfoto: Reymond

Laut aktuellen Zahlen ist Philippsthal tatsächlich eine der wenigen Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, die einen leichten Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen hat.

Das schnelle Internet in Philippsthal sorgt dafür, dass Nutzer auf eine Download-Geschwindigkeit aus dem weltweiten Netz von bis zu 128 Mbit/s kommen können. „Diese Technik macht Philippsthal für Betriebe sowie junge Familien interessant. Daher wollen auch wir in Heringen auf ein Glasfasernetz beim Internetzugang setzen“, erklärt Ries.

Doch während in Philippsthal alles reibungslos läuft, gibt es in der Werrastadt nebenan größere Schwierigkeiten. Das geltende EU-Recht stehe dort einem neuen Glasfasernetz entgegen.

„Das Glasfasernetz muss in die Erde, jedoch nicht erst in zehn Jahren, wie es der Landrat anstrebt, dann ist der Zug für die Kommunen abgefahren“, stellt Ries fest. Im ländlichen Raum könnten aber nur die Städte und Gemeinden das Desinteresse der großen Telefonkonzerne ausgleichen. Die legten keinen Wert auf ein teures Glasfasernetz in gering besiedelten Bereichen, da dort, anders als in Großstädten, mit dieser Technik nur wenig Geld zu verdienen sei.

Bestes Beispiel

Der Philippsthaler Glücksfall sei das beste Beispiel dafür, sich nicht auf die anvisierte Zeitschiene des Landrats einzulassen, sondern zum Wohle der Kommune die Auseinandersetzung mit der lähmenden Bürokratie aufzunehmen. „Der politische Druck muss steigen, damit endlich wieder die Bedürfnisse der Menschen in den Vordergrund gerückt werden und nicht das der bürokratischen Bedenkenträger. Mit aufgehübschten, aber leerstehenden Fachwerkhäuschen wird der ländliche Raum nich überleben können“, verdeutlicht der Heringer Bürgermeister.

Auch Ries’ Amtskollege Ralf Orth ist überzeugt davon, dass der schnelle Internetzugang die Marktgemeinde Philippsthal für die Menschen interessant mache. „Als ich im Jahre 2007 in Philippsthal im Bürgermeisterwahlkampf steckte, gab es viele Gespräche mit den Bürgern, die gerne einen schnelleren Internetzugang hätten. Gerade in Gethsemane war dies der Fall. Dort war es fast unmöglich, einen ordentlichen Netzzugang herzustellen. Mittlerweile ist es so, dass in der Gemeinde 98 Prozent aller Haushalte auf das schnelle Internet zurückgreifen könnten. Und ein Drittel tut das bereits“, teilt Orth mit.

Viele andere, insbesondere die Menschen im Kernort, hätten aber auch noch Verträge mit anderen Anbietern. In Philippsthal selbst gibt es noch einen Anschluss der Telekom, der eine Übertragungsrate bis zu 16 000 Kbit/s ermöglicht – und die ist für den Hausgebrauch auch ausreichend.

Orth möchte die positive Bevölkerungsentwicklung in Philippsthal auch nicht nur auf das schnelle Internet reduziert wissen. „Wir haben unsere Hausaufgaben in vielen Bereichen erledigt. Beispielsweise in der Kinder- und Jugendbetreuung sowie mit der Schaffung von vorerst zehn Krippenplätzen. Außerdem ist die Vereinsförderung gut und es gibt immer wieder günstigen Wohnraum“, zählt das Gemeindeoberhaupt nur einige Punkte auf.

Von Mario Reymond

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