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Sie will die Leiche spielen - Simone Arnold bewirbt sich für ersten interaktiven Krimi

Sie will die Leiche spielen

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Bad Hersfeld. Am Zeh von Simone Arnold baumelt ein weißer Zettel, auf dem schwarze Letter nüchtern „Leiche 2.0“ verkünden. Die 33-Jährige lacht, denn die Bauzeichnerin aus Bad Hersfeld ist quicklebendig. Aber der Zettel ist kein Scherz, sondern Teil eines Bewerbungsvideos, das Simone Arnold an die Internetplattform Krimi 2.0 geschickt hat. Sie bewirbt sich damit um die ausgeschriebene Stelle einer Leiche in Deutschlands erstem interaktiven Fernseh-Krimi. Und braucht noch Stimmen.

Youtube:
Zum Bewerbungsvideo

Mehr zum Krimi 2.0
www.krimi2null.de

„Ich bewerbe mich bei Krimi 2.0, weil ich sterben würde für diese Rolle. Und wenn ich sowieso schon tot bin, kann ich auch gleich die Leiche machen“, sagt sie lässig in die Kamera. Schnitt. Nächste Szene: In kurzer Hose und T-Shirt liegt Simone Arnold bäuchlings auf den grauen Fliesen eines Badezimmers. Weiße Kreidestriche umrahmen ihren Körper samt angewinkeltem Bein und zur Seite ausgestreckten Armen. Eine Strähnem ihres blonden Haars liegt über der Wange, die Augen starren ins Leere, ein roter Fleck klebt auf ihrer Stirn. Ketchup.Kameramann, Regieassistent und Maskenbildner des Bewerbungsvideos war ihr Mann, Stefan Arnold. „Wir hatten richtig viel Spaß beim Drehen. Es war das erste Mal, dass wir so etwas überhaupt mit der Handykamera probiert haben“, sagt seine Frau. Einen Abend lang haben sie herumgealbert, als Stefan Arnold seiner Frau einen Löffel voll Ketchup mit dem Finger auf der Stirn verstrich. „Wir haben lange gedreht, bis wir Aufnahmen hatten, auf denen ich nicht blinzele oder so. Da haben meine Augen schon getränt“, sagt Simone Arnold und lacht.

Spontane Idee

Für spontane, verrückte Sachen ist sie zu haben. Das „Stellengesuch“ auf der Internetseite www.krimi2null.de hat die Bad Hersfelderin vor zwei Wochen entdeckt. Über die Kommunikationsplattform Facebook sei sie darauf gestoßen. „Ich fand die Idee, einen Krimi mitgestalten zu können so klasse, dass ich dachte, ich mache einfach mal mit“, sagt sie. Fünf Stunden investierten die selbstständige Bauzeichnerin und ihr Ehemann in das Video, das die passionierte Krimileserin vielleicht als Leiche ins Fernsehen bringen könnte. Um das zu erreichen, braucht sie jedoch noch mehr Klicks im Internet. Knapp 700-mal wurde ihr Bewerbungsvideo als Leiche für den Krimi 2.0 bis jetzt angesehen. Ab Sonntagmittag, 12 Uhr, können die Besucher der Internetseite eine Woche lang abstimmen, wer die Leiche spielen darf. „Ich hoffe, dass mich auch noch ein paar Hersfelder unterstützen“, sagt Arnold.

Fest steht bereits, dass der 90-minütige Film eine Krimi-Komödie mit einem männlichen Hauptdarsteller zwischen 40 und 50 Jahren wird. „Wenn ich zur Leiche gewählt werde, darf ich zur Premiere des Films nach München“, erklärt Arnold. Noch nicht klar ist, ob wir den von Internetnutzern selbst entwickelten Krimi, der im Februar 2011 fertig sein soll, im Fernsehen oder im Internet sehen werden. Aber Hauptsache, die Leiche kommt aus Bad Hersfeld.

Von Judith Strecker

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