Bad Hersfeld. Mehrere hundert Saisonkräfte aus Spanien und Schweden hatte das Internetkaufhaus Amazon.de für das Weihnachtsgeschäft in den beiden Bad Hersfelder Logistikzentren eingestellt.
Das Auslaufen befristeter Verträge zum 29. Dezember habe am ersten Arbeitstag des neuen Jahres für ein gehöriges Durcheinander bei den Dienststellen der Kreisverwaltung gesorgt, bestätigte gestern Sozialdezernentin Elke Künholz. Rund 70 Personen, meist Spanier, hätten bei der Optionskommune und dem Fachdienst Migration vorgesprochen, statt die von Amazon.de gecharterten Reisebusse in die Heimat zu besteigen.
Die Amazonier, die zu kurz in ihrer Heimat oder in Bad Hersfeld gearbeitet hatten, um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, hätten bei der Optionskommune nach Unterkunft und Sozialleistungen nachgefragt.
Die Ansprüche von Schweden müsse man noch über die Botschaften klären.
Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Optionskommune sogar Leistungen für Familienangehörige erbringen müsse, die noch in Spanien leben. Die polnischen Amazonier kamen über Zeitarbeitsfirmen ins Land.
Der Ansturm der Bittsteller führte im Laufe der Woche zu einem „Krisengipfel“, an dem die beiden Leiter der Amazon-Logistik-Center und ein Vertreter des Arbeitsamtes teilnahmen.
Dabei, so Künholz, hätten die Führungskräfte von Amazon.de erkennen müssen, welcher „Rattenschwanz“ an bürokratischen Verwicklungen die Einstellung von EU-Ausländern nach sich ziehe. Der Kreis hat sich bereiterklärt humanitäre Hilfe zu leisten, und bei einer kostengünstigen Unterbringung der Menschen zu helfen. Bei der Agentur für Arbeit hat sich bislang nur ein Spanier arbeitslos gemeldet. Im März gibt es weitere Gespräche mit Amazon. (kh)



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