027.08.1027.08.10|Bad Hersfeld|1 Kommentar
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Bad Hersfeld. Hans Wilhelm Saal hatte sich einen historischen Ort ausgesucht, um seine Kandidatur als unabhängiger Bürgermeisterkandidat bekanntzugeben. Der frühere Firmensitz des Hersfelder Traditionsunternehmers Teppich Saal in der Breitenstraße beherbergt heute eine Unternehmensberatung, doch alte Bilder und Stiche an den Wänden zeugen von großer Zeit, mit der die Familie Saal eng verbunden war.

So könnte es aussehen: Der unabhängige Bürgermeisterkandidat Hans Wilhelm Saal vor einer ersten Visualisierung des von ihm favorisierten zentralen Rathauses in der Breitenstraße. Foto: Struthoff
Es ist wohl eben diese enge Verbindung seiner Familie mit der Stadt, die Hans Wilhelm Saal dazu veranlasst hat, erneut den Hut in den Ring zu werfen. „Schon mein Großvater war Stadtverordneter für die Zentrums-Partei“, sagte Saal. Er trete in der Tradition seiner Großeltern als gebürtiger Hersfelder an. Gleichzeitig betonte er seine guten Kontakte zu Politikern aller Parteien der Stadt.
„Wenn mein Freund Gunter Grimm angetreten wäre, hätte ich nicht kandidiert“, stellt Saal klar, „aber die Entscheidung der CDU, Martin Gröll zu unterstützen, war falsch“. Es gebe eine Führungskrise im CDU-Stadtverband, dessen Vorstand schon bald „das Zeitliche segnen werde“, orakelte Saal. „Diese Führung akzeptiere ich nicht“, machte er deutlich. Er lasse seine CDU-Mitgliedschaft derzeit ruhen und trete als unabhängiger Kandidat an.
Die Situation sei bei dieser Wahl anders als 2007, als Saal hinter Bürgermeister Boehmer und Thomas Fehling nur den dritten Platz belegte. Diesmal hofft Saal viele bürgerliche Ex-Boehmer-Wähler für sich gewinnen zu können.
Saal warnte davor, dass nach dem Ausscheiden Boehmers eine Stagnation eintreten könne wie seinerzeit unter Walter Weiss. „Wir müssen am ersten Tag voll weitermachen“, sagte Saal. Er plädierte für eine Dialog-orientierte Verwaltung.
Dafür müsse es kurze Wege geben, die bei der derzeitigen Verteilung der Stadtverwaltung auf mehrere Gebäude nicht gewährleistet sei. Saal will deshalb das ehemalige Telekom-Gebäude an der Breitenstraße – „ein Schandfleck am Eingangstor zur Stadt“ – zu einem modernen Behördenzentrum umbauen, in dem alle städtischen Abteilungen versammelt werden.
Das Telekom-Haus könne entweder gemietet oder gekauft werden. Die Kosten dafür will Saal durch den Verkauf von anderen städtischen Immobilien, wie etwa dem Technischen Rathaus, aber auch durch Einsparungen bei Energie oder Datentransfer decken.
Im historischen Rathaus am Markt solle das Standesamt untergebracht werden. Außerdem sollen die Fraktionen dort Räume erhalten. Saal stellte aber klar, dass das Projekt unter einem Finanzierungsvorbehalt stehe. „Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen.“
Zur PERSON. Hans Wilhelm Saal wurde 1957 in der Breitenstraße in Bad Hersfeld geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist Diplom-Betriebswirt und war lange in der freien Wirtschaft tätig, zuletzt als Wirtschaftsförderer im Wartburgkreis.
Von Kai A. Struthoff
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